Wie andere Länder den Renteneintritt regeln

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Deutsche gingen 2024 im Durchschnitt mit 64,7 Jahren in Rente.
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Patrick Pleul/dpa

International steigt das Rentenalter an. Während Menschen in einigen Ländern noch vergleichsweise früh mit dem Arbeiten aufhören, ist mancherorts bereits geplant, noch mit 70 tätig zu sein.

International sind die Unterschiede beim Renteneintritt groß. In Deutschland steigt das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise bis 2031 auf 67 Jahre an. Das durchschnittliche Zugangsalter lag 2024 nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bei 64,7 Jahren. Im Vergleich ein internationaler Überblick mit frühen bis späten Renteneintritten:

Frankreich: Franzosen gehen oft schon mit Anfang 60 in Rente und damit deutlich früher als viele andere Europäer. Gesetzlich steigt die Altersgrenze derzeit von 62 auf 64, die Reform hat landesweite Proteste ausgelöst. Eine abschlagsfreie Vollrente gibt es meist spätestens mit 67.

Österreich: Viele Österreicher verlassen den Arbeitsmarkt vergleichsweise früh, gleichzeitig fallen die Renten - dort Pensionen genannt - oft höher aus als in Deutschland. Möglich wird das dadurch, dass alle Erwerbstätigen, auch Selbständige, einzahlen, und zwar höhere Beiträge als in Deutschland. Gesetzlich gilt für Männer derzeit 65 Jahre als Eintrittsalter, für Frauen steigt es bis 2033 schrittweise von rund 61 auf ebenfalls 65 Jahre.

Niederlande: Niederländer arbeiten häufig bis Mitte 60. Das gesetzliche Rentenalter liegt derzeit bei 67 und wird künftig automatisch an die Lebenserwartung gekoppelt. Besonders wichtig sind hier kapitalgedeckte Betriebsrenten.

Schweden: Die Schweden gehen im Schnitt mit rund 65 in Rente, viele arbeiten freiwillig länger. Ein früher Rentenbezug ist je nach Jahrgang etwa ab 63 oder 64 möglich. Das System steigt langfristig mit der Lebenserwartung an und kombiniert die gesetzliche Rente mit einem verpflichtenden Fondsmodell.

Dänemark: Viele Dänen arbeiten bereits bis etwa 67. Das Rentenalter soll langfristig auf etwa 70 Jahre und darüber hinaus steigen, da es automatisch an die Lebenserwartung gekoppelt ist. Das Land gilt deshalb als Vorreiter für besonders lange Lebensarbeitszeiten. 

Japan: Viele Japaner arbeiten bis weit über 65 Jahre hinaus. Die gesetzliche Altersgrenze liegt bei 65 Jahren, gleichzeitig fördert die Regierung Beschäftigung bis 70 Jahre und länger.

Südkorea: Auch Südkoreaner gehen vergleichsweise spät in Rente – mitunter in ihren späten 60ern – und müssen oft weiterarbeiten. Das liegt an niedrigen Rentenansprüchen und Altersarmut. Die gesetzliche Altersgrenze liegt derzeit niedriger, für manche bei 63. Sie soll bis 2033 auf 65 steigen.