Politisches Duell bei Maischberger: Weidel und Wagenknecht liefern sich hitzige Debatte

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Weidel vs. Wagenknecht: Kontroverse in ARD-Sendung "Maischberger"
Alice Weidel und Sahra Wagenknecht liefern sich bei Maischberger eine hitzige Debatte über politische Standpunkte und persönliche Angriffe.
Als Alice Weidel (links) ihre Behauptunt wiederholt, Hitler sei im Geiste ein Linker" gewesen, kommt es zum offenen Streit mit Sahra Wagenknecht.
WDR / Oliver Ziebe

In der ARD-Sendung "Maischberger" lieferten sich die AfD-Chefin Alice Weidel und die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht einen intensiven Schlagabtausch. Persönliche Vorwürfe und politische Anschuldigungen machten die Diskussion besonders brisant.

In der jüngsten Episode der ARD-Sendung "Maischberger" kam es zu einem leidenschaftlichen Wortwechsel zwischen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und der BSW-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht. Die Diskussion entwickelte sich zu einem hitzigen Austausch, der auch persönliche Ebenen erreichte.

Mit gegenseitigen Vorwürfen der Überheblichkeit traten Weidel und Wagenknecht gegeneinander an und gerieten in eine lebhafte Debatte über Weidels umstrittene Behauptung, dass Adolf Hitler  ein Kommunist gewesen sei.

Weidel vs. Wagenknecht: Heftiger Schlagabtausch bei Maischberger

Moderatorin Sandra Maischberger lenkte die Diskussion auf das kürzliche virtuelle Treffen zwischen Alice Weidel und dem Tech-Milliardär Elon Musk auf seiner Plattform X. Sahra Wagenknecht kritisierte Weidel anschließend dafür, dass sie wie ein "unterwürfiges Fangirl" gewirkt habe. In der direkten Debatte warf Wagenknecht der AfD-Vorsitzenden vor, kein kritisches Gespräch auf Augenhöhe mit Musk geführt zu haben, "so wie wenn jemand sein Idol trifft und das anhimmelt".

Das fand sie "doch einigermaßen peinlich". Daraufhin erwiderte Weidel: "Also, ich glaube zu sagen, ein Fangirl zu sein von Elon Musk, finde ich stark vereinfacht. Das war ein Dialog. Ich bin ein Fangirl der Meinungsfreiheit."

Im Verlauf der Diskussion wurde der Ton zwischen den beiden zunehmend schärfer. Weidel bezeichnete das BSW als "sozialistisch", während Wagenknecht der AfD eine Ellenbogen-Mentalität vorwarf, bei der der Staat sich aus allem zurückziehen würde. Angesprochen auf ihre viel diskutierte Aussage aus dem Musk-Gespräch, dass Hitler ein Kommunist gewesen sei, erklärte die AfD-Vorsitzende, dass es durchaus Parallelen zu kommunistischen und sozialistischen Systemen gebe.

Weidel-Widerspruch? Wagenknecht soll "Kommunistin" gewesen sein

"Er (Hitler, Anm. d. Red.) war im Geiste ein Linker", sagte Weidel und ging damit auf Konfrontationskurs zu Wagenknecht. Diese bezeichnete die Äußerung als eine Ungeheuerlichkeit gegenüber den Opfern des Hitler-Regimes. Sie führte aus, dass Hitler Tausende von Kommunisten und Sozialdemokraten in Konzentrationslagern und Zuchthäusern inhaftieren und ermorden ließ. Weidel konterte mit der Frage: "Wie viele Millionen von Menschen haben die Kommunisten umgebracht und Stalin? (...) Diesen Leuten sind Sie hinterhergerannt."

Weidel kritisierte Wagenknecht scharf und erinnerte daran, dass sie einst Mitglied der "kommunistischen Plattform" der Linken war und dem sowjetischen Diktator Josef Stalin "hinterhergeeifert" habe. Wagenknecht wies diese Anschuldigung entschieden zurück.

Wagenknecht erklärte, dass sie sich nicht dafür schämen müsse, in den Neunzigerjahren als junge Frau Kommunistin gewesen zu sein. "Heute sehe ich die Dinge anders und ich würde sagen, bei Ihnen ist die Entwicklung eher in die entgegengesetzte Richtung", ergänzte sie und warf Weidel vor, von einer rechtskonservativen Politikerin zu einer "ganz radikal entwickelten" zu sein.

Höhepunkt des Schlagabtausches zwischen Weidel und Wagenknecht

Die jüngste verbale Auseinandersetzung zwischen den Parteichefinnen erreichte ihren Höhepunkt in gegenseitigen Vorwürfen der Überheblichkeit. Obwohl beide in Fragen der Migration, der Gasimporte aus Russland und der Ablehnung von US-Raketen in Deutschland größtenteils übereinstimmen, beschuldigten sie einander der Arroganz. Weidel kritisierte Wagenknecht scharf und meinte, sie habe ihre vorherige Partei, die Linke, "zerlegt". Im Hinblick auf die jüngsten Umfragewerte der BSW ergänzte sie, "jetzt kratzen sie an der 5-Prozent-Hürde".

Die Vorsitzende der BSW-Partei reagierte prompt und entgegnete: "Hören Sie auf mit dieser Arroganz!" Dies provozierte Weidel zu der Antwort: "Sie haben ihre eigene Partei kaputtgemacht. (...) Das ist überheblich." In den aktuellen Umfragen liegt Weidels Partei, die AfD, bei 20 Prozent. Wagenknecht hingegen steht vor der Herausforderung, mit ihrer neuen, erst ein Jahr alten Partei, bei der Bundestagswahl am 23. Februar die 5-Prozent-Marke zu überschreiten und den Einzug ins Parlament zu sichern.