VDA fordert mehr Ausbautempo
Mit Blick auf die Ladeleistung wächst die Zahl der öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten laut VDA in etwa so schnell wie der Bestand von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Pro Auto standen in Deutschland zum Juli dieses Jahres 2,4 Kilowatt zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es demnach noch 2,1 kW.
Trotzdem geht der Ausbau aus Sicht des Verbands zu langsam voran. «Das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher, immer und überall einfach und schnell laden zu können, ist zentral für die Akzeptanz der Elektromobilität», betonte VDA-Chefin Hildegard Müller. «Es braucht unbedingt wieder mehr Tempo, denn noch immer gibt es Nachholbedarf und zu viele weiße Ladeflecken auf der Deutschlandkarte.»
Die Bundesnetzagentur erhebt vierteljährlich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland. Um die Daten mit dem Pkw-Bestand abgleichen zu können, greift der VDA nicht auf die aktuellsten Zahlen der Behörde zurück, sondern auf die vom Juli. Nicht berücksichtigt werden dabei Nachmeldungen.
ADAC stellt Ladepunkten an Autobahnen schlechtes Zeugnis aus
Der Automobilclub Deutschland (ADAC) hat die Ladeinfrastruktur entlang von Autobahnen unter die Lupe genommen. Demnach ist mehr als die Hälfte von jeweils 25 untersuchten Rastanlagen und Autohöfen als mangelhaft oder sogar sehr mangelhaft bewertet worden.
Lediglich ein Viertel der untersuchten Standorte habe mit mindestens zehn Ladepunkten ein zahlenmäßig ausreichendes Angebot gehabt. Bei einem Drittel der Anlagen sei mindestens ein Ladepunkt defekt gewesen. Zudem kritisiert der ADAC mangelnde Überdachung oder schlechte Beleuchtung.
Monopolkommission: Zu hohe Preise beim Laden
Mangelnder Wettbewerb und Intransparenz bei den Ladepreisen ließen viele Autofahrerinnen und Autofahrer zu viel für Ladestrom zahlen, heißt es in einem neuen Gutachten der Monopolkommission, einem unabhängigen Beratungsgremium der Bundesregierung. Sie begrüßte mit Blick auf Pläne der Bundesregierung Fortschritte bei der Einrichtung einer Preistransparenzstelle für das sogenannte Ad-hoc-Laden. Notwendig sei außerdem mehr Wettbewerb durch die Ausschreibungen kommunaler Flächen.
Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte wiederholt zu hohe Ladepreise kritisiert. In einem Papier vom März hieß es, öffentliches Laden koste in der Regel zwischen 60 und 90 Cent je Kilowattstunde und damit zwei bis drei Mal mehr als beim privaten Laden daheim. Auch innerhalb des Angebots an öffentlichen Ladepunkten könne es eine enorme Preisdifferenz über die Orte, Anbieter und Tarife hinweg geben.