Die Geiseln wurden von Notfallseelsorgern psychologisch betreut. Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) sagte am Samstag, er hoffe, alle könnten das dramatische Ereignis schnell verarbeiten. Er sei erleichtert, dass keine Geisel körperlich verletzt worden sei.
Der Münsterplatz liegt im Herzen der 130.000-Einwohner-Stadt an der Donau, an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Das Münster, das mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt hat, ist das Wahrzeichen der Stadt.
Am Samstag war die Innenstadt wieder voller Menschen, es war Markt. Bei strahlendem Sonnenschein lief eine Demo über den Platz. Dass es am Freitag hier eine Geiselnahme gab, davon zeugte nur noch das geschlossene Lokal.
Ursprungsmeldung vom 27.01.2024, 8.03 Uhr: Schreckliche Geiselnahme in Ulm - mehrere Schüsse - Motiv ist noch unklar
Am Freitagabend (26. Januar 2024) hielt eine Geiselnahme die Innenstadt in Ulm an der Grenze zu Bayern in Atem.
Begonnen hatte die Geiselnahme laut Polizeiangaben gegen 18.45 Uhr. Die Beamten hatten wegen des Einsatzes den zentralen Münsterplatz und die Zugänge dorthin gesperrt.
"Mein Herz hat gepumpert": Schüsse beenden Geiselnahme
Ein Mann hatte laut Lagebericht des Innenministeriums sechs Menschen in einem Geschäft mitten in der Ulmer Innenstadt als Geiseln genommen. Der Verdächtige hat eine Geisel mit einer Schusswaffe bedroht und wollte mit ihr gegen 20.20 Uhr das Geschäft am Ulmer Münsterplatz verlassen, um zu flüchten.
Dabei sei es zu den Schüssen der Polizei gekommen. Man nahm an, dass "eine erhebliche Gefahr von ihm ausging", sagte der Staatsanwalt.
Eine Passantin berichtete, sie habe drei Schüsse gehört. "Mein Herz hat gepumpert." In dem Moment habe sie überhaupt nichts mehr gedacht, sondern sei einfach weggerannt.
Wollte sich wohl erschießen lassen: Polizei ermittelt zu Tatmotiv
Der Geiselnehmer vom Ulmer Münsterplatz wurde nach dpa-Informationen durch die Polizeischüsse schwer verletzt. Er ist außer Lebensgefahr. Die Geiseln blieben unverletzt. Der mutmaßliche Täter soll wohl bei der Bundeswehr gewesen sein, wie es aus Sicherheitskreisen hieß.
Er habe mehrere Kurz- und Langwaffen dabeigehabt. Sicherheitskreise berichteten, der Täter habe wohl während der Geiselnahme angegeben, sich vom SEK erschießen lassen zu wollen.
Das Motiv ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Nach der Geiselnahme am Ulmer Münsterplatz ermittelt die Polizei weiter zu den Hintergründen der Tat.
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