Die Entscheidung des Obersten Gerichts der USA ist eine bittere Niederlage für Trump. Mit einer offiziellen Reaktion lässt der US-Präsident zunächst auf sich warten. Nun ist sie da.
US-Präsident Donald Trump will nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen die von ihm verhängten Zölle andere Wege gehen. Er werde Alternativen nutzen, mit denen er mehr Geld einnehmen werde, sagte Trump in Washington. Er werde noch heute eine Anordnung unterschreiben, um unter Berufung auf eine andere gesetzliche Grundlage einen weltweiten zusätzlichen Zoll von zehn Prozent auf Importe in die USA zu verhängen.
Trump will sich dafür auf ein Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 stützen. Dieses erlaubt es, Zölle auf Importe für bis zu 150 Tage lang zu erheben. Für einen längeren Zeitraum bräuchte Trump auf diesem Weg allerdings die Zustimmung des US-Parlaments. Er habe das Recht Zölle zu erheben, betonte Trump. Er gab allerdings auch zu, dass dies durch die Entscheidung des Gerichts nun komplizierter geworden sei. Experten bezweifeln, ob er überhaupt die rechtliche Grundlage für die temporären Zölle hat.
Trump vermutet ausländische Kräfte hinter Gerichtsentscheidung
Der US-Präsident kündigte darüber hinaus an, unter Berufung auf weitere rechtliche Grundlagen Handelsuntersuchungen einzuleiten. Sollten dabei etwaige unfaire Handelspraktiken festgestellt werden, könnte das als Rechtfertigung für weitere Zölle herangezogen werden. Er sei überzeugt, dass man letztendlich mehr Geld einnehmen werde als vorher, so Trump.
Bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Schlappe vor dem Obersten US-Gericht zeigte Trump sich frustriert. Das Urteil sei schrecklich und fehlerhaft. Er schäme sich für die Mitglieder des Gerichts, die sich gegen seine Politik aussprachen, sagte Trump: «Ich schäme mich dafür, dass sie nicht den Mut haben, das zu tun, was für unser Land richtig ist - sie sind eine Schande für ihre Familien.»
Die Länder, die «uns jahrelang ausgenommen haben» seien begeistert, behauptete Trump. «Sie tanzen auf den Straßen, aber nicht lange.» Trump behauptete zudem, dass das Gericht von ausländischen Kräften oder anderen persönlichen Beziehungen und politischen Motiven beeinflusst worden sei - einer Frage eines Journalisten, ob er dafür auch Belege habe, wich Trump aus.
Trump will weiterhin nicht mit Kongress zusammenarbeiten
Andere US-Politiker zeigten sich nach der Entscheidung erleichtert. Die frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, bezeichnete die Zölle als «rücksichtslos, verfassungswidrig und kostspielig für die arbeitenden Familien Amerikas.». Trumps Vizepräsident in der ersten Amtszeit, Mike Pence, nannte die Entscheidung einen «Sieg für das amerikanische Volk und ein Erfolg für die in der Verfassung der Vereinigten Staaten verankerte Gewaltenteilung.»
Trump hingegen betonte, auch weiterhin nicht mit dem Kongress beim Thema Zölle zusammenarbeiten zu wollen. «Ich muss das nicht (...) Ich habe das Recht, Zölle zu erheben, und ich werde immer das Recht dazu haben.» Auch nach den 150 Tagen habe er das Recht, zu machen, was auch immer er wolle.