Bas hatte am Montagmorgen bekannt gegeben, als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückzutreten. Sie begründete den Schritt in einer öffentlichen Mitteilung mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen auf sich, auch aus den Reihen des Koalitionspartners, der Union.
Unterdessen soll der Nachfolger von Bas als Arbeitsminister bereits feststehen: Der ehemalige SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz soll nach dem Rücktritt von Bas neuer Arbeitsminister werden. Das erfuhr die dpa, zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Meldung vom 12.10.2026, 8.07 Uhr: Bas tritt als SPD-Cefin und Ministerin zurück –"nicht die Kraft"
Die Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat ihren sofortigen Rücktritt von beiden Ämtern angekündigt.
"Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben", teilte die 58-Jährige mit. Ihr SPD-Co-Chef Lars Klingbeil sei bereits informiert, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe sie gebeten, sie aus dem Amt zu entlassen.
Grund auch Angriffe aus der Union
Bas begründete den Schritt einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter. Sie brauche nun Zeit, die Trauer zu verarbeiten. "Diese möchte ich mir ausreichend nehmen", schrieb sie. Gleichzeitig seien aber auch öffentliche Angriffe auf sie, "leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners", in der persönlich schwierigen Zeit weiter forciert worden.
Politiker aus der Union hatten Bas zuletzt scharf dafür kritisiert, dass sie Gesetzentwürfe zu geplanten Reformvorhaben zum Beispiel in der Rente nicht schnell genug vorlege. Sie hatten ihr vorgeworfen, die Reformen zu verschleppen und zu blockieren.
In ihrer Mitteilung bedankte sich Bas für die Unterstützung im Arbeitsministerium. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten eine starke Hausleitung verdient, "die mit voller Kraft die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben vorantreibt", erklärte sie. Auch der SPD-Spitze sprach sie Dank aus. Abgeordnete im Bundestag werde sie bleiben, erklärte Bas.
Bas bleibt Bundestagsabgeordnete
SPD-Chef Klingbeil äußerte sich traurig über die Entscheidung von Bas. "Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen", betonte er. Deshalb könne er den Schritt persönlich nachvollziehen. "Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht", betonte der Vizekanzler. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch würdigte, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. "Aber die Kraft ist endlich."
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