Wiesbaden
Wirtschaft

Sinkender Umsatz und steigende Preise - die Fleischindustrie stagniert

Schlachterei und Fleischverarbeitungsbetriebe haben im vergangenen Jahr fast 9 % weniger Umsatz gemacht als 2020. Gleichzeitig stiegen die Preise in diesem Jahr im Vergleich zu 2021 um 17 Prozent.
Fleisch wird teuer
Preise für Fleischwaren steigen 2022 stärker als gewöhnlich. Foto: Christian Langer

Der Trend der letzten paar Jahre ist deutlich: Die Fleischindustrie stagniert. Laut dem Statistischen Bundesamt machten Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten im Jahr 2021 einen Umsatz in Höhe von 40,6 Milliarden Euro, also 8,8 % weniger als im Vorjahr. Dabei lag der höchste Umsatzwert der vergangenen zehn Jahre im Jahr 2019  vor Corona.

Auch Metzgereien machten im Einzelhandel mit Fleisch- und Fischwaren den niedrigsten Umsatz seit vielen Jahren. Im Vergleich zum Jahr 1994 ist er kontinuierlich bis zu diesem Jahr um 67 % gesunken.

Fleischpreise außergewöhnlich stark gestiegen

Parallel dazu wird beobachtet, dass immer weniger Menschen eine Ausbildung zum Fleischer oder Fachverkäufer mit Fachrichtung Fleischerei abschließen. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Menschen, die in Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben tätig sind um 18 % im Vergleich zum Jahr 2020. Der Grund dafür ist die Umwandlung vieler Leiharbeitsverträge in Festverträge ab Januar 2021.

In der Vergangenheit sind die Preise für Verbraucher von Fleischwaren kontinuierlich mit der Inflationsrate angestiegen, bis 2022 außergewöhnlich starke Erhöhungen beobachtet wurden. Fleischwaren kosteten zum Beispiel im Mai dieses Jahres 16,5 % mehr und Geflügel 23,8 % mehr als zur gleichen Zeit im Jahr zuvor. Dieser Preisanstieg hat wahrscheinlich zur Folge, dass sich viele Haushalte aktuell gegen den Kauf von Fleischwaren entscheiden und die Umsätze weiter sinken könnten.