Ob das tatsächlich so war, ist weiter unklar. Die Polizei wollte die Krankenakte des Mannes beschlagnahmen. Die für Auskünfte zuständige Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft war am Dienstag nicht zu erreichen. In der Regel dürfen Epileptiker nicht Autofahren. Ausnahmen gibt es unter Umständen, wenn sie mindestens ein Jahr ohne Anfall waren.
Video von Unfall lässt Fragen offen
Bisher ist ein Video bekannt, dass das Unfallauto zeigen soll. Zu sehen ist, wie der Wagen auf der Gegenfahrbahn fährt, vorbei an den auf der rechten Spur wartenden Autos. Anschließend fährt er geradeaus auf den Gehweg an der Kreuzung zu, wo Menschen stehen.
Auch am Dienstag legten Menschen Blumen an der Unfallstelle an der Kreuzung Invalidenstraße und Ackerstraße in Berlin-Mitte nieder. Die St. Elisabeth-Kirche, die direkt am Unfallort liegt, soll von Donnerstag bis Sonntag wieder zum stillen Gedenken öffnen. Am Freitagabend ist eine Andacht für die Unfallopfer geplant. Die Kirche war schon am Wochenende ein Rückzugsort für trauernde Menschen.
Verschwörungstheorien im Internet
Im Internet behaupteten einige Schreiber, der Fahrer des Unfallwagens sei Marokkaner. "Terroranschlag?", fragte ein Mann. Nach Auskunft der Polizei ist der Fahrer Deutscher. Er sei auch nicht marokkanischer Herkunft, sondern habe einen typischen deutschen Vornamen.
Der Unfall entfachte eine Debatte über Sportgeländewagen (SUV, englisch: Sport Utility Vehicle) in Innenstädten. Grünen-Politiker, die Deutsche Umwelthilfe und alternative Verkehrs- und Fußgänger-Verbände forderten Einschränkungen. Berlins Bürgermeister wetterte: "Panzerähnliche Klimakiller gehören nicht in die Stadt"
Nach Einschätzung von Experten aus der Unfallforschung und der Polizei gab es aber keine Hinweise dafür, dass der Unfall mit einem anderen Auto anders verlaufen wäre. Viele Limousinen sind genauso schwer und schnell wie das Unfallauto.rowa/mit dpa