- Rund 2.000 Windräder zusätzlich: Das ist der dickste Brocken. Durch zusätzliche Ausschreibungen für Windräder an Land soll weitere Stromerzeugungskapazität von 12 Gigawatt (GW) entstehen. CO2-Einsparung laut Regierung: 6,5 Millionen Tonnen.
- Mehr Industrieprozess mit Strom statt Erdgas. CO2-Einsparung: 4,3 Millionen Tonnen.
- Förderung von Elektroautos, Ausbau der Ladeinfrastruktur, Deutschlandticket und Klimavorgaben für Kraftstoffanbieter. CO2-Einsparung im Verkehrsbereich: 9,5 Millionen Tonnen.
- Das Fernwärmenetz zum Heizen von Gebäuden soll ausgebaut und der Anteil erneuerbarer Energien und von Abwärme in den Wärmenetzen steigen. CO2-Einsparung: 2,3 Millionen Tonnen.
- Mehr Förderung für den Umstieg von Diesel- auf Elektromotor bei Landwirtschaftsmaschinen. CO2-Einsparung durch diese und andere Vorhaben im Bereich Landwirtschaft: 0,5 Millionen Tonnen.
- Umbau von Monokulturen wie reinen Fichtenpflanzungen in Mischwälder, die Erderwärmung und Dürren besser trotzen können. Rückbau von Entwässerungsgräben im Wald, Förderung für Landwirtschaft in Mooren, die wichtige CO2-Speicher sind.
Der Haken an der Sache
Die Klimaschutzlücke dürfte größer sein als in den UBA-Berechnungen. Die Behörde selbst weist darauf hin, dass ihre Berechnungen den Stand vom November vergangenen Jahres abbilden. Nicht erfasst sind damit die weitreichenden Auswirkungen des Iran-Kriegs, die Entschärfung des Heizungsgesetzes, die nach Einschätzung vieler Experten zu mehr Treibhausgasen führen könnte, und die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu Förderkürzungen für Solaranlagen.
Selbst Schneider betonte zwar, die Bundesregierung mache mit dem Programm einen wichtigen Fortschritt. «Aber ich bin nicht naiv. Weitere Fortschritte werden nötig, aber auch möglich sein.»
Auch die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) lobt zwar sinnvolle Ansätze. «Insgesamt wirken die angekündigten Emissionseinsparungen jedoch zu optimistisch gerechnet und sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, da sie stark auf Förderprogramme und freiwillige Effekte setzen.»
Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, beklagte, es fehle an glaubwürdigen Instrumenten, die klare Anreize setzten zum Umstieg auf E-Autos oder Wärmepumpen. Die Deutsche Umwelthilfe will auf Nachbesserungen am Programm klagen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer wiederum warnte vor kleinteiligen Klimaschutzvorgaben und Bürokratie.
Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge nannte das Programm «eine dreiste Täuschung». Während Schneider ein paar zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen verkünden dürfe, arbeite Wirtschaftsministerin Reiche jeden Tag daran, den Klimaschutz kaputtzumachen.