"Tagesschau" unterläuft Fehler: Interview-Panne löst Aufruhr im Netz aus

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In der "Tagesschau" passierte in einem Bericht ein Fehler.
Panne bei Tagesschau: Moderatorin wird als Kundin ausgegeben
Marius Becker (dpa)

Die "Tagesschau" erlaubte sich in einem Bericht zu Preisen bei Penny eine Panne. Im Beitrag wird eine Kundin interviewt, die keine reine Kundin ist, sondern möglicherweise strategisch platziert wurde - wenn man kritischen Stimmen aus dem Internet glaubt.

Ein Beitrag der "Tagesschau" löste bei vielen Zuschauern Empörung aus. Grund dafür ist nicht der gezeigte Inhalt, sondern dass die "Tagesschau" vermeintlich versuchte, das Publikum hinters Licht zu führen. Die Interview-Panne fiel allerdings im Nachhinein auf.

Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Bericht über den Discounter Penny. Der Discounter führt in der ersten Woche im August 2023 eine Aktion durch,bei welcher einige Produkte ihren "wahren" Preise kosten - unter Berücksichtigung aller gestiegenen Kosten

Trick bei Berichterstattung: Kundin ist selbst Moderatorin

Im Zuge der Aktion hatte die "Tagesschau" Kunden in einem Penny-Markt interviewt. Wie die Bild berichtet, befand sich unter den interviewten Kunden eine Frau, welche die Aktion willkommen hieß. "Weil es zum Nachdenken anregt. Normalerweise denkt man nicht darüber nach, dass Fleisch so und so viel Aufschlag hat", begründete die junge Dame ihre Entscheidung. Wie sich später herausstellte, war die Kundin aber keine bloße Kundin, sondern eine Angestellte beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Bei der Angestellten handelte es sich um eine Moderatorin des WDR. "Enttarnt" wurde die Panne auf Twitter. Laut Bild äußerte sich ein Nutzer dazu, nachdem er die Dame im Interview mit der Moderatorin verglichen hatte.

Aufgrund der Kritik hat die "Tagesschau" den Beitrag aus der Mediathek bereits entfernt. Der Sender räumte ein, dass "journalistische Standards" bei der Berichterstattung nicht eingehalten worden seien. Gegenüber der Bild äußerte sich der WDR so: "Die gezeigte O-Ton-Sequenz im von uns produzierten Beitrag hätte so nicht gesendet werden dürfen. Kolleginnen oder Kollegen zu interviewen, entspricht nicht den journalistischen Standards."

WDR-Chefredakteur entschuldigt sich: "Fehler passieren"

Der WDR-Chefredakteur Stefan Brandenburg äußerte sich auf Twitter zu dem Vorfall und versucht, seine Kollegen der "Tagesschau" zu verteidigen.

"Hätte der Reporter verstanden, dass er eine Kollegin vor sich hat, hätte er ihre kurze und spontane Reaktion niemals in den Beitrag aufgenommen", sagte Brandenburg.