Der Kanzler wertete die Rentenreform als zentralen Baustein einer umfangreichen Reformagenda. «Wir werden sehr konkrete weitere Vorschläge machen, wie wir auch den Arbeitsmarkt in Deutschland verbessern, wie wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft verbessern.»
Merz verteidigte die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters. «Wenn die Menschen länger leben und älter werden, dann müssen sie auch - um ein auskömmliches Einkommen im Alter zu erzielen - wenigstens einen Teil davon auch länger arbeiten», sagte der CDU-Politiker. «Das ist möglich, und das werden wir auch machen müssen, damit dieses System in sich trägt.»
Merz wies den Vorwurf zurück, dass es sich um eine faktische Rentenkürzung handle: «Es gibt keine Kürzungen der gesetzlichen Rente», betonte der Kanzler. «Alle Behauptungen, die in diesen Tagen dazu so aufgestellt worden sind, sind falsch.»
Merz geht auf anstehende Wahlen nicht ein
Bei einer Frage nach den Äußerungen des neuen Linken-Chefs Pantisano zur CDU erteilte Merz einer Zusammenarbeit mit der Partei zwar eine klare Absage. Zur Frage, wie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eine Regierung jenseits der AfD gebildet werden soll, äußerte er sich aber nicht.
Im September wird in beiden Ländern gewählt. Wegen der Stärke der AfD kann es in beiden Ländern zu einer Situation kommen, in der alle anderen Parteien miteinander kooperieren müssen, um eine Regierung zu bilden - also auch die CDU mit der Linken. Die CDU hat aber auf einem Bundesparteitag eine koalitionsähnliche Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen.
Pantisano hatte in einem "Bild"-Interview die CDU scharf angegriffen und gesagt: "Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst." Später entschuldigte er sich. Von der CDU-Führung wurde die Entschuldigung aber nicht angenommen.