Der Baumarktbesuch steht bei Verbrauchern derzeit nicht allzu hoch im Kurs. Bestimmte Artikel werden zunehmend woanders erworben - zum Beispiel bei Discountern. Wird 2026 besser?
Die Baumärkte haben ein Problem: Die Menschen in Deutschland kaufen zwar weiter Werkzeug, Gartengeräte und Haushaltswaren – nur immer seltener bei ihnen. In den drei wichtigen Teilsortimenten gingen die Umsätze 2025 im Vergleich zum Vorjahr um jeweils etwa vier Prozent zurück, wie eine Auswertung des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) zeigt. In fast allen Warengruppen schrumpften die Erlöse der Baumärkte im vergangenen Jahr.
Viele Verbraucher weichen bei Produkten für Haus und Garten zunehmend auf preisgünstige Alternativen aus. Sie kaufen bei Ketten wie Action, Thomas Philips und Jysk, auf dem Online-Marktplatz Temu oder bei Aldi und Lidl. Bei den Lebensmitteldiscountern können Kunden beim Wocheneinkauf gleichzeitig Werkzeug, Blumenkübel, Gartenstühle oder Solarleuchten mitnehmen und sich den Weg zum Baumarkt sparen.
«Die Kunden interessieren sich nach wie vor für die Sortimente, kaufen aber immer öfter woanders ein. Viele wollen im Baumarkt kein Geld ausgeben oder können es sich nicht leisten», sagt Branchenexperte Klaus Peter Teipel. Die Discounter seien nicht nur oft günstiger, sondern auch näher. Für Gelegenheitsnutzer reiche die Qualität meist aus. Noch mehr Auswahl gibt es Teipel zufolge bei Anbietern wie Repo, Posten-Börse oder Jawoll. Dort fänden Kunden einen Großteil des üblichen Baumarktangebots zum Discountpreis.
«Budgets flossen verstärkt in Urlaub, Freizeit und Gastronomie»
Für die Baumarktbranche war 2025 ein schwieriges Jahr. Der erhoffte Aufschwung blieb erneut aus. Die Baumärkte und Gartencenter mit mindestens 1.000 Quadratmetern setzten 20,58 Milliarden Euro um und damit preisbereinigt 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Es ist bereits das dritte Minus in Folge.
Grund sei die Verunsicherung der Verbraucher, sagt BHB-Vorstandssprecher Peter Abraham. «Die Budgets der Kundinnen und Kunden flossen verstärkt in Bereiche wie Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie.» Anschaffungen fürs Eigenheim werden hingegen häufig verschoben. Laut Verband ging die Kundenfrequenz zuletzt etwas zurück, höherpreisige Produkte fanden weniger Abnehmer.
Die Baumärkte hatten während der Pandemie - wie die Möbelbranche - starke Zuwächse verzeichnet. «Während der Corona-Jahre investierten viele Haushalte in größere Projekte rund um Haus und Garten, da Reisen lange nicht möglich waren», sagt YouGov-Marktforscher Christian Koch. Anschließend konnten die Baumärkte nicht an die hohen Umsätze der Jahre 2020 und 2022 anknüpfen.
Trendwende beim Bau?
Für das laufende Jahr ist der Branchenverband dennoch vorsichtig optimistisch. Aktuell hellt sich die Stimmung überraschend deutlich auf, heißt es. Mut macht die Entwicklung in den vergangenen Monaten. Nach einem Sommer mit teils langen Regenphasen und schwachen Umsätzen im Herbst zog das Geschäft im Dezember spürbar an. Die Erlöse lagen fast fünf Prozent über dem Vorjahresmonat.