Er prägte Generationen: "Tigerenten"-Schöpfer Janosch ist tot

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Janosch ist tot: Seine Kult-Kinderbücher verkauften sich millionenfach
Illustrator und Geschichtenerzähler Janosch posiert am 25.09.2010 in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen vor seinem Bild "Der Tiger mit grüner Nase" (2005). Jetzt ist Janosch gestorben.
Janosch gestorben
Roland Weihrauch/dpa
Janosch ist tot: Seine Kult-Kinderbücher verkauften sich millionenfach
Der Zeichner und Erzähler Janosch sitzt in einem nachgebildeten Kinderzimmer in Aachen.
Janosch ist tot
Jörg Carstensen/dpa
Janosch ist tot: Seine Kult-Kinderbücher verkauften sich millionenfach
Der Autor und Illustrator Janosch lächelt in Hamburg auf der Rickmer Rickmers. Der Vater der Tigerente stiftete dem Museumsschiff damals zwei Radierungen, auf denen das Schiff abgebildet ist, für ...
Schriftsteller Janosch ist tot
picture alliance/dpa

Der bekannte Kinderbuchautor und Illustrator Janosch hat bis heute einen festen Platz in Millionen Kinderzimmern. Nun ist er im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist verstorben. Er verschied am Dienstag (3. November 2026) im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil im Auftrag der Frau des Künstlers der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Mit liebevoll gestalteten Büchern wie "Oh wie schön ist Panama" faszinierte der Künstler seit den 1970er Jahren Kinder weltweit.

Seine Werke wurden in etwa 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage beläuft sich auf Millionen. Janosch avancierte zur Marke - besonders dank seiner Figuren Tiger, Bär und Tigerente. Diese wurden erfolgreich in Lizenz vertrieben und zierten Tassen, Fahrräder, Schnuller und vieles mehr. Nach dem überwältigenden Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den 1980er Jahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück

Janoschs Kindergeschichten als Kontrast zum eigenen Trauma

Der Künstler wurde 1931 als Horst Eckert geboren und verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Oberschlesien im heutigen Polen, geprägt von Armut, Gewalt und der Alkoholsucht seines Vaters. Seine Kindergeschichten sind wie ein Kontrast zu dieser schweren Zeit, die er lange Zeit selbst mit Alkohol zu verdrängen versuchte: Sie sind humorvoll, anarchisch frech und oft auch etwas melancholisch. Seine Figuren wehren sich gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit, mutig, verschmitzt und mit viel Herz. "Bei Janosch werden die zu Helden, die sonst niemand beachtet", schrieb "Zeit"-Redakteur Tillmann Prüfer im Nachwort zum Buch "Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!". Es vereint Janoschs Kolumnen im "Zeit"-Magazin, in denen sein Alter Ego Wondrak seit 2013 das Zeitgeschehen kommentierte.

In seinen Werken für Erwachsene gibt Janosch Einblicke in seine harte Kindheit, etwa im Roman "Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm". "Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person", sagte der Autor mal der "Süddeutschen Zeitung". Überdies verfasste er Theaterstücke und illustrierte die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.