Für die Weltwirtschaft rechnen die IWF-Experten nun 2026 mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent (zuvor: 3,0 Prozent). Für das kommende Jahr behalten sie ihre Prognose von 3,4 Prozent bei.
KI ein zweischneidiges Schwert
Mit Blick auf KI zeigt sich laut IWF ein zwiespältiges Bild: Während es in einzelnen Bereichen messbare Produktivitätssprünge gebe, sei der Produktivitätsschub durch KI in den gesamtwirtschaftlichen Daten wie Löhnen nur zögerlich zu sehen. Das Institut warnte zugleich vor Risiken an den Märkten: Sollte sich der KI-Hype als ungerechtfertigt erweisen und die Erwartungen enttäuscht werden, drohe ein deutlicher Abverkauf von Tech-Aktien, was das globale Wirtschaftswachstum dämpfen könnte.
IWF-Chefökonomin Silvana Tenreyro erläuterte auf einer Pressekonferenz in Bangkok, dass der Handel mit KI-bezogenen Gütern einen bedeutenden Anteil an der Entwicklung des Welthandels gehabt habe. Das Wachstum wäre ohne KI-Güter nur etwa halb so stark ausgefallen, sagte sie auf die Frage, ob die Weltwirtschaft ohne KI-Boom in eine Rezession geschlittert wäre.
Tenreyro warnte unterdessen auch, dass die Energiekrise und der KI-Boom die Inflation anheizten. Die weltweite Teuerungsrate wird für dieses Jahr weiter bei 4,7 Prozent erwartet. Kommendes Jahr dürfte die Inflation bei 4,1 Prozent liegen und damit etwas höher als bislang erwartet.
Keine Änderungen dieses Jahr für die USA
Die Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft behalten die Ökonomen unterdessen bei 2,3 Prozent für dieses Jahr - auch 2027 dürften die Vereinigten Staaten entsprechend zulegen, was minimal mehr wäre als bislang erwartet. Menschen würden weiter fleißig Geld ausgeben und Unternehmen kräftig in neue Technologien investieren, hieß es.
Zudem stützten die staatliche Wirtschaftspolitik, günstige Kredite und eine hohe Produktivität der Firmen das Wachstum. Die Organisation sieht begrenzte direkte Belastungen aus der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs für die USA und begründet dies damit, dass das Land als Nettoenergieexporteur mehr Energie ausführt als einkauft.
Während die wohlhabenden USA laut IWF nur begrenzte Folgen aus der hausgemachten Energiekrise sehen, hadern vor allem arme Länder sowie jene, die auf Energie aus dem Ausland angewiesen sind. Sie müssen viel mehr Geld für Öl, Gas und Lebensmittel bezahlen, während ihre eigenen Währungen an Wert verlieren. Dadurch bleibt den Menschen weniger Geld zum Leben, was die Armut verschärft und dazu führt, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr ausreichend ernähren können.