An Tankstellen gilt die neue Preisregel. Doch hilft sie gegen steigende Spritpreise? Nach Ostern könnte die Koalition Entscheidungen treffen.
Die Leiter einer Taskforce der schwarz-roten Koalition haben schnelle Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise in Aussicht gestellt. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Armand Zorn sagte der Deutschen Presse-Agentur, angesichts der anhaltenden Krise seien weitere Maßnahmen notwendig, «möglichst innerhalb dieses Monats».
Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) sagte der dpa: «Weitere Maßnahmen wie eine mögliche Entlastung über die Kfz-Steuer müssen nicht nur schnell, sondern vor allem zielgenau wirken, um Haushalte und Wirtschaft nachhaltig zu entlasten. Die zusätzlichen Steuereinnahmen des Staates durch den Ölpreisschock müssen wir den Bürgern zurückgeben.»
Zorn und Müller leiten eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce zu den hohen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges.
Spritpreise steigen
Als Reaktion auf die Preissprünge beim Sprit gilt seit Mittwoch die Regel, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag um 12 Uhr die Preise erhöhen dürfen. Zudem bekam das Kartellamt mehr Befugnisse gegen überhöhte Preise. Trotz des Maßnahmenpakets der Bundesregierung stieg der Dieselpreis am Donnerstag auf einen Rekordwert.
Zorn nannte das erste Paket einen wichtigen ersten Schritt, um für mehr Transparenz an der Zapfsäule zu sorgen. Müller sagte, der steigende Ölpreis schlage sich in steigenden Kosten für Verbraucher nieder. Eine abschließende Bewertung des neuen Preismodells sei verfrüht.
Erwartungen ans Kartellamt
Zorn machte deutlich, die SPD erwarte, dass das Kartellamt seine erweiterten Möglichkeiten auch nutzt. Müller sagte mit Blick auf die Verschärfung des Kartellrechts: «Am Ende darf kein zahnloser Tiger dabei herauskommen. Die Erwartung an das Bundeskartellamt ist daher glasklar: Es muss sich unverzüglich die Preisbildung an den Tankstellen anschauen.» Sollten sich die Preissprünge nicht plausibel erklären lassen, dann müsse das Kartellamt ohne zu zögern eingreifen.
Klingbeil macht Druck
Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil schrieb in einem Brief an Kanzleramtsminister Thorsten Frei und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU), es sei absehbar, «dass es weitere Maßnahmen brauchen wird, um die steigende Inflation frühzeitig zu dämpfen». Die Bundesregierung müsse vorbereitet sein und zielgerichtet handeln können.