Dabei geht es zum einen um eine Absenkung von Bundeszuschüssen etwa an die gesetzliche Krankenversicherung - dort ist ein Sparpaket geplant. Zum anderen sollen familien- und wohnungspolitische Leistungen modernisiert werden. Entlastung bringt für das kommende Jahr auch die Tatsache, dass die erweiterte Mütterrente zwar zum 1. Januar 2027 eingeführt werden, aber erst 2028 rückwirkend ausgezahlt werden soll.
Geplant ist außerdem der Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen - welche das konkret sind, wurde aber zunächst nicht genannt. Außerdem soll es eine Besteuerung von Kryptowährungen geben und einen verstärkten Kampf gegen von Finanz- und Steuerkriminalität.
Lücke 2028
Für 2028 bestehen nach wie vor große Lücken. Der sogenannte Handlungsbedarf habe aber auf unter 30 Milliarden Euro mehr als halbiert werden können, hieß es. Von 2028 an helfen sollen auch geplante Änderungen bei der Tilgung von Krediten, die während der Corona-Pandemie aufgenommen wurden - um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern.
Der Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer sagte, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hätten bisher mit deutlich zu hohen Wachstumsannahmen gerechnet und wollten jetzt die Verschuldung weiter ausweiten, um ihren Haushalt und die Finanzplanung «irgendwie hinzupfuschen». Erhebliche Unsicherheiten blieben bestehen.
Krach in der Koalition?
Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung seien Mitte April bei einem Treffen der Koalitionsspitzen in der Berliner Villa Borsig vereinbart worden, hieß es. Dabei wurde es auch laut, wie SPD-Chef Klingbeil bestätigte. Es sei nicht schlimm, «wenn man mal angebrüllt wird», sagte er bei einer Klausurtagung der Bundestagsabgeordneten aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen in Bielefeld.
Die CDU habe bei den Beratungen gefordert, den 1. Mai als Feiertag abzuschaffen oder bei der Finanzierung der Gesundheitsreform einen Karenztag bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuführen. Seine Co-Vorsitzende Bärbel Bas, SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und er hätten Nein gesagt und seien daraufhin angeschrien worden, so Klingbeil.
Noch dicke Bretter zu bohren
Vor der Koalition liegen entscheidende Wochen, es könnte noch zu großen Konflikten kommen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2027 soll es eine große Reform der Einkommensteuer zur dauerhaften Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen geben - das kostet viele Milliarden. Offen ist aber, wie genau eine solche Reform konkret aussehen und wie sie finanziert werden soll. Auch wie genau eine Renten-Reform aussehen soll, ist offen. Im Juni werden Ergebnisse einer von der Koalition eingesetzten Expertenkommission zur Rente erwartet. Proteste in der Union haben Aussagen von Miersch ausgelöst - dieser hat das Aussetzen der Schuldenbremse ins Spiel gebracht, falls die Iran-Krise mit ihren massiven wirtschaftlichen Auswirkungen andauert.