Frankreich beschließt Werbeverbot für Ultra-Fast-Fashion

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Internethändler Temu und Shein
Das Werbeverbot richtet sich gezielt gegen «Ultra-Express-Plattformen». (Archivbild)
Internethändler Temu und Shein
Oliver Berg/dpa

Immer neue Mode, doch kaum Kleidungsstücke, die halten: Dafür soll in Frankreich bald nicht mehr geworben werden. Das Parlament geht gegen Ultra-Fast-Fashion vor.

Mit Werbung für Fast-Fashion-Plattformen wie Shein, Temu und Aliexpress soll in Frankreich bald Schluss ein. Der Senat stimmte als zweite Parlamentskammer für ein entsprechendes Gesetz, das Ultra-Fast-Fashion ausbremsen will. Konkret sieht das Gesetz ein Werbeverbot zum Jahreswechsel vor. Auch Influencer sollen keine Werbung mehr machen dürfen, sonst droht eine Strafzahlung.

Während ursprünglich vorgesehen war, die ganze Fast-Fashion-Branche in den Blick zu nehmen, richten sich die Maßnahmen nun gezielt gegen «Ultra-Express-Plattformen», wie es im Gesetzesvorschlag heißt. Gemeint sind damit Firmen, die besonders viele Produkte auf den Markt bringen, die so wenig kosten, dass Verbraucherinnen und Verbraucher kaum einen Anreiz haben, abgenutzte Ware zu reparieren. Französische und europäische Marken sind dabei wohl nicht mehr anvisiert, sondern die Riesen Shein, Temu und Aliexpress. Eine genaue Definition für die genannten Kriterien steht aber noch aus.

Frankreich will die Plattformen außerdem verpflichten, basierend auf Umweltstandards pro Produkt einen steigenden finanziellen Umweltbeitrag zu leisten. Auch sollen die Seiten mit Nachrichten dazu ermuntern, zu reparieren, wiederzuverwenden und sich beim Kaufen zurückzuhalten.

In Frankreich sind 2024 mehr als 885.000 Tonnen Kleidung, Hauswäsche und Schuhe auf den Markt gekommen. Einem Text des Senats zufolge ist die Menge der angebotenen Kleidung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Fast-Fashion-Produkte werden zu niedrigen Preisen verkauft und bestehen häufig aus Materialien, die nicht lange halten.