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Edeka-Mitarbeiter blickt Schlange in die Augen - Kopf kommt aus Obstkiste


Autor: Daniel Krüger

Bayern, Dienstag, 05. Mai 2026

In einem bayerischen Edeka-Markt haben Beschäftigte eine südamerikanische Schlange zwischen Bananen entdeckt. Erst kurz zuvor war in einem Markt eine Riesenspinne entdeckt worden.
Die Wolkennatter kommt eigentlich vor allem in Südamerika vor.


In der vergangenen Woche wurden gleich zwei exotische Funde in Edeka-Filialen in Bayern gemeldet. Zunächst entdeckte die Feuerwehr eine Spinne, die in sozialen Medien als "Bananenspinne" bezeichnet wurde.

Kurz darauf folgte ein noch spektakulärerer Fund: "Aus einer in Plastik verpackten Bananenlieferung ragte der Kopf einer Schlange hervor", erklärt die Auffangstation für Reptilien in München, ein gemeinnütziger Verein, in einer Mitteilung. 

Auch Riesenkrabbenspinne in Edeka gefunden - Experte warnt vor Fake-News

Die Finder der Schlange reagierten aus Sicht der Tierschützer vorbildlich. Sie verpackten das Tier samt Lieferung in einer Kiste und brachten es in die Münchner Einrichtung. Dort hatte bereits die zuvor entdeckte Spinne vorübergehend Aufnahme gefunden, heißt es im Bericht. Anhand erster Fotos konnten die Experten demnach schnell feststellen, dass es sich bei der Schlange nicht um eine heimische Art handelte. Ob das Tier gefährlich war, ließ sich aus den Bildern jedoch zunächst nicht eindeutig beurteilen. Vor Ort stellte sich schließlich heraus, dass es sich um eine sogenannte Wolkennatter handelt, wie die Auffangstation berichtet.

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Die ungiftige Art stamme ursprünglich aus dem südlichen Nordamerika sowie Teilen Südamerikas und ernähre sich überwiegend von Schnecken. Vermutlich war das Tier auf Nahrungssuche und gelangte dabei in die Bananenlieferung, heißt es in der Pressemitteilung der Auffangstation. Auch bei der zuvor entdeckten Spinne gab es Entwarnung. Die Feuerwehr hatte demzufolge ein Foto des Tieres veröffentlicht und es als "Bananenspinne" bezeichnet.

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass es sich um ein giftiges Tier handle. Zwar seien beinahe alle Spinnenarten giftig, jedoch stellten nur sehr wenige eine medizinisch relevante Gefahr für den Menschen dar, erklärt die Auffangstation in München. In diesem konkreten Fall handelte es sich um eine Riesenkrabbenspinne, die für Menschen keine Gefahr darstelle. "Bedauerlich ist, dass selbst nach erfolgter Artbestimmung und Aufklärung weiterhin Falschinformationen verbreitet werden - wie im Fall der Spinne", wird Markus Baur, Leiter der Auffangstation für Reptilien in München zitiert. 

Auffangstation erklärt: So landen exotische Schlangen und Spinnen im Supermarkt

Als mögliche Unterbringung kommen Zoos oder qualifizierte Privathalter infrage, wie die Auffangstation für Reptilien in München mitteilt. Eine Rückführung in die ursprünglichen Herkunftsgebiete sei in der Praxis häufig schwierig. Neben hohen Kosten und organisatorischem Aufwand, etwa durch Zollformalitäten und Transportlogistik, bestehe auch das Risiko, dass die Tiere während des Transports Krankheitserreger aufgenommen haben könnten, die lokale Bestände gefährden, heißt es in der Pressemitteilung.

Zudem seien Bananenplantagen nicht der natürliche Lebensraum der Tiere. Sie gerieten häufig nur aufgrund der veränderten Umweltbedingungen durch menschliche Nutzung in diese Bereiche. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass sie unbeabsichtigt erneut in Lieferketten gelangten, erklärt die Auffangstation.

Solche Funde seien in bayerischen Supermärkten keine Seltenheit. Im Januar 2024 wurde in Bindlach eine Riesenkrabbenspinne in der Obstabteilung zwischen Bananen entdeckt. Auch in Hofheim sorgte eine Spinne in einer Bananenkiste für einen Feuerwehreinsatz in einem Rewe-Markt. Sowohl die Schlange als auch die Spinne verbleiben demnach zunächst in der Auffangstation und warten dort auf ein neues Zuhause. 

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