Chinas Außenhandel beginnt das Jahr mit starken Handelsdaten. Doch die Zahlen bilden mögliche Auswirkungen des Iran-Konflikts noch nicht ab. Gespannt blicken viele auf ein Treffen Ende des Monats.
China hat zum Jahresbeginn überraschend deutlich mehr importiert und exportiert als erwartet. Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stiegen die Exporte im Januar und Februar in US-Dollar berechnet um 21,8 Prozent verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum. Die Importe legten demnach ebenfalls deutlich um 19,8 Prozent zu. Daraus ergab sich ein Handelsüberschuss von 213,6 Milliarden US-Dollar (fast 184 Milliarden Euro).
Vorab hatten Analysten lediglich mit einem Zuwachs von 7,1 Prozent bei den Exporten in den beiden ersten Monaten des Jahres verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum gerechnet. Für Chinas Importe erwarteten die Marktbeobachter ein Plus von 6,3 Prozent. Die Volksrepublik veröffentlicht wegen des Frühlingsfestes und der folgenden Feiertage, die dieses Jahr im Februar lagen, seine Außenhandelszahlen für die beiden ersten Monate des Jahres zusammen, um Verzerrungen zu vermeiden.
Auswirkungen des Iran-Konflikts
Der rasante Anstieg im Außenhandel fiel noch in die Zeit vor dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran, durch den die Schifffahrt in der Region, vor allem in der Straße von Hormus, stark beeinträchtigt wurde. Erste Auswirkungen könnten sich in den März-Daten für Chinas Außenhandel zeigen. Die Volksrepublik importiert vor allem Öl aus dem Iran.
Vor einem Jahr stand Chinas Außenhandel noch unter dem Eindruck der Zölle von US-Präsident Donald Trump, was in einen Schlagabtausch mit Aufschlägen und Gegenaufschlägen der beiden größten Volkswirtschaften der Welt gemündet war. Trump wird Ende März in China erwartet. Der Zollstreit, in dem noch eine Pause herrscht, sowie das Handelsverhältnis beider Länder dürfte weit oben auf der Agenda stehen.
Laut Pekings Zolldaten gingen Chinas Exporte in die USA im Januar und Februar um 11 Prozent verglichen mit demselben Zeitraum 2025 zurück. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken sogar um 26,7 Prozent.
Schere im Handel mit Deutschland
Nach Deutschland stieg der Wert ausgeführter Waren im selben Vergleichzeitraum dagegen um 31,3 Prozent. Chinas Einfuhren aus der Bundesrepublik nahmen nur um 4,9 Prozent zu. Die deutsche Auslandshandelskammer (AHK) in China sieht den Anstieg der Importe positiv mit Blick auf deutsche Firmen in der Volksrepublik.
«Aber die Schere der Handelsbilanz klafft auch zum Jahresbeginn zunehmend auseinander: angesichts eines starken Anstiegs der Exporte nach Deutschland und in die EU werden die Stimmen lauter werden, die sich für defensive handelspolitische Instrumente einsetzen», sagte Oliver Oehms, AHK-Chef in Nordchina.