Solche Kontrollen finden immer zwischen den Flügen statt, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft mitteilt. Dabei werden Betriebsflüssigkeiten aufgefüllt, Bremsen und Räder gewechselt sowie kleinere Reparaturen erledigt. Unabhängig davon werden Flugzeuge alle 15 bis 18 Monaten genauer durchgecheckt. «Die Wartungsintervalle basieren auf der Anzahl der Flugstunden, der Landungen sowie festgelegten Zeitintervallen.»
Kleinere Reparaturen wie der Austausch einer Felge werden von vielen Werkstätten übernommen. Doch für millimetergenaue Arbeiten braucht es Expertise und spezielle Vorrichtungen wie in der Werkhalle im niedersächsischen Stuhr.
Eine komplizierte Reparatur dauert dort vier oder fünf Monate. «Das Flugzeug steht in der Zeit nicht», sagt der Leiter des Airbus Repair Centers. Stattdessen werde eine Art Tauschhandel betrieben: Der Kunde gibt beispielsweise seine defekte Landeklappe ab und bekommt dafür gleich einen Ersatz aus einem Lager. Wenn der Schaden repariert ist, kommt die Klappe ins Lager für den nächsten Kunden, der kurzfristig Ersatz braucht.
Experten tüfteln: Wie kann das Teil repariert werden?
Anders als in der seriellen Produktion wissen die Mitarbeiter nie, was sie erwartet. «Das ist nicht planbar», betont Klautke. Ein Team kümmert sich um kaputte Landeklappen, andere Teams um Seiten- und Höhenruder, Flügelspitzen oder Militärflugzeuge. Einige Angestellte sind auf Reparaturen mit Kohlenstoff- und Glasfaser spezialisiert.
«Wenn man's abbauen kann, wird man es auch reparieren können. Die Frage ist nur, wie», erklärt die Expertin. So entwickeln die Ingenieure und Handwerker immer wieder neue Lösungen, insbesondere für wiederkehrende Schwachstellen. «Unser Ziel ist, die Flugtüchtigkeit wiederherzustellen.»
In der Werkhalle wird geschliffen, geschraubt und geklebt. Zum Schluss werden noch letzte Farbtupfer oder Dichtungen angebracht, bevor ein unabhängiges Team das Flugzeugteil überprüft und schließlich zertifiziert.
Warum immer mehr Flugzeuge repariert werden
Eine solche Reparatur sei nicht nur nachhaltiger, sagt der Betriebsleiter. Sondern meistens deutlicher günstiger als der Kauf eines neuen Flugzeugteils. «Wenn wir Teile reparieren können, spart sich der Kunde häufig viele Millionen.» Bei aufwendigen Arbeiten an einer Landeklappe liegen die Kosten im sechsstelligen Bereich – und sind damit immer noch billiger als ein Neukauf.
Von der besonderen Werkstatt wissen selbst manche Airbus-Mitarbeiter nichts. Doch die Sparte wächst: Rund 80 Menschen arbeiten momentan in dem Werk, bis zum Jahresende sollen es 100 Angestellte sein. «Wir reparieren deutlich mehr als früher», sagt Jacob. «In der Vergangenheit gab es Beschädigungen, die wir nicht reparieren konnten. Heute haben wir aber Lösungen entwickelt, die diese Bauteile vor der Verschrottung retten.» So wie bei der verbeulten Landeklappe mit dem Reifenschaden, die in ein paar Monaten wieder um die Welt fliegen wird.