Fast eine Milliarde Fahrgäste und erstmals seit Jahren wieder Gewinn: Die Bahnchefin und der neue Verkehrsminister sind erfreut. Der derzeit laufende Konzernumbau hat derweil einen Namen bekommen.
Die Deutsche Bahn sieht sich auf einem guten Weg aus der Krise. Erstmals seit Jahren machte der bundeseigene Konzern im ersten Halbjahr wieder einen Gewinn. Hinzu kommt die nach wie vor hohe Nachfrage. Rund 960 Millionen Fahrten machten die Reisenden in den ersten sechs Monaten, wie das Unternehmen mitteilte. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Unterm Strich verzeichnete die Bahn eigenen Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten ein Plus von 147 Millionen Euro. Der Umsatz stieg demnach leicht um 1,8 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Der Konzern erwarte auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen, hieß es.
Bahnchefin zufrieden
Bahnchefin Evelyn Palla nannte die Entwicklung laut Mitteilung einen Erfolg. «Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Meilenstein, aber ich bin erst zufrieden, wenn auch die Qualität im täglichen Eisenbahnverkehr überzeugt.»
Das dürfte gleichwohl noch einige Jahre dauern. Die Bahn und der Bund investieren derzeit viele Milliarden jährlich in die Sanierung des an vielen Stellen überalterten und überlasteten Schienennetzes. Bei der Pünktlichkeit hinkt der Konzern aber weiter den eigenen Zielen hinterher. Auch die Zustandsnote für das Netz verbesserte sich zuletzt nicht.
Palla betont immer wieder, dass es noch zehn Jahre dauern werde, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil läuft. Entsprechend läuft die Konzernstrategie der Bahnchefin unter dem Titel «DB 2035».
Der Name bezeichnet den umfangreichen Konzernumbau, den Palla im vergangenen Jahr eingeleitet hat und der auch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen umfasst. Im Fernverkehr läuft ein eigenes Sanierungsprogramm.
Schon unter ihrem Vorgänger Richard Lutz hatte die Bahn mehrere Konzernstrategien aufgestellt, mit denen sie die Probleme in den Griff kriegen wollte. Gelungen ist das nicht. Die neue Strategie wird in der Branche aber als tiefgreifender wahrgenommen als die vorherigen Umbauversuche.