In der Nacht auf Mittwoch kam der gesamte Zugbetrieb im Land zum Erliegen. Grund war ein Fehler im Funksystem. Die Bahn hat nun herausgefunden, woran es genau lag - und Gegenmaßnahmen ergriffen.
Ein Fehler im digitalen Bahnfunksystem GSM-R hat in der Nacht auf Mittwoch den Zugverkehr im ganzen Land zum Erliegen gebracht - nun hat die Bahn herausgefunden, was genau passiert ist und Gegenmaßnahmen ergriffen.
Ursache war demnach der planmäßige Tausch eines sogenannten Switches, einer Netzwerkverteilkomponente, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Als Folge des Austauschs sei ein Softwarefehler aufgetreten.
Automatische Fehlermeldung blieb aus
Dieser habe aber nicht wie eigentlich vorgesehen eine automatische Fehlermeldung nach sich gezogen, weshalb das betroffene System nicht auf ein Parallelsystem umgesprungen sei. Der Wechsel habe stattdessen manuell vollzogen werden müssen.
Zuvor hätten die Mitarbeiter aber ausschließen müssen, dass es sich um einen Cyberangriff handelte. Erst danach habe der Wechsel durchgeführt werden können. Gegen 0.30 Uhr, rund zwei Stunden nach dem Ausfall, funktionierte der Funk wieder und die Züge konnten weiterfahren.
Vorerst kein weiterer Komponententausch
Die Bahn hat eigenen Angaben zufolge mehrere Maßnahmen ergriffen, damit sich dieser bisher einmalige Vorfall nicht wiederholt. Vorerst sollen demnach keine weiteren Komponenten getauscht werden, bis mit dem Hersteller des Geräts der Fehler behoben sei.
Instandhaltungen im System sollen künftig zudem nur noch in der Nacht zwischen 0.00 und 4.00 Uhr durchgeführt werden und nur in dem System, das gerade nicht verwendet wird.
«Klar ist: Die Modernisierung unserer Infrastruktur ist der
einzige Weg nach vorn», teilte der Chef der Bahn-Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl, mit. «Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie erneuern wir das aktuelle GSM-R-Netz deshalb gerade noch mal umfassend, unterziehen es einem Upgrade und machen es resilienter.»