Bei E-Autos kamen deutsche Hersteller in China nur schwer hinterher. Bei Fahrassistenz und digitalen Diensten soll sich das nicht wiederholen. Doch der Wettbewerb bleibt hart.
Im hart umkämpften chinesischen Automarkt kommen deutsche Hersteller bei E-Autos nur mit Mühe hinterher. Das soll sich bei autonomen Fahrfunktionen und digitalen Diensten nicht wiederholen. Die nun gestartete Pekinger Automesse zeigt: Das nächste Rennen ist in vollem Gange. Es entscheidet sich bei Themen wie Software, Fahrassistenz und KI im Cockpit.
Zugleich trifft der Messe-Auftakt auf einen Markt, der deutlich an Dynamik verloren hat. Von einer «Stagnationsphase» spricht Beatrix Keim vom Center Automotive Research (CAR). «Der chinesische Markt hat nicht nur eine enorme Wettbewerbsintensität, er ist auch in einer harten Konsolidierungsphase», bestätigt auch Peter Fintl, Technologieexperte bei der Beratungsgesellschaft Capgemini.
Preiskrieg belastet den Markt
Besonders problematisch ist der seit Jahren andauernde Preiskrieg. Viele Hersteller haben ihre Autos immer billiger angeboten, teils so stark, dass kaum oder gar kein Geld zu verdienen war. Inzwischen ist das auch zu einem politischen Thema geworden. Die Behörden gehen schärfer gegen den «ruinösen Preiswettbewerb» vor.
Für die deutschen Hersteller werde es erneut «ein hartes Jahr», so Keim. Ein richtiges Comeback hält sie erst ab 2027 für möglich, nämlich dann, wenn die neuesten Modelle bei den Kunden gut ankommen.
Bessere Zeiten für deutsche Hersteller in Sicht?
Früher galt: Reiche Chinesen zeigten ihren Wohlstand gerne mit westlichen Premiummarken wie Mercedes, BMW oder Audi. Heute sieht das anders aus. «Chinesische Kunden sind mittlerweile patriotischer», sagt Autoexperte Philipp Kupferschmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Zusammen mit den Preisunterschieden spreche mittlerweile vieles für chinesische Autos.
Die Konsolidierungswelle auf dem chinesischen Markt dürfte den Deutschen aber helfen, sagt Kupferschmidt. «Dann werden auch die Preise absehbar wieder steigen und dann sieht es für die deutschen Autobauer auch wieder besser aus», sagt der Fachmann.
Es dreht sich viel um Vernetzung
Einst war die Volksrepublik der große Wachstumsmotor der deutschen Autokonzerne mit Traumrenditen. Mittlerweile mussten sie sich anpassen: mehr lokale Entwicklung, schnellere Modellzyklen, Software-Kooperationen und Technik direkt für chinesische Kundenwünsche. Kupferschmidt sieht hier noch Luft nach oben: «Nur ein kleines lokales Entwicklungscenter mit 40 Leuten für oberflächliche Modifikationen reicht nicht. Man muss aus deutscher Sicht auch loslassen können», rät der Experte den Entwicklern in Wolfsburg, Stuttgart oder München.