Auch Aldi Nord interessiert sich für einige Tegut-Filialen

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Die Marke Tegut wird verschwinden.
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Andreas Arnold/dpa

Mehrere deutsche Lebensmittelhändler wollen Supermärkte der Kette Tegut übernehmen. Ein Kartellrechtler hält es für möglich, dass das Kartellamt die Pläne noch stoppt.

Der geplante Verkauf der Supermarktkette Tegut beschäftigt auch Aldi Nord. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur interessiert sich der Discounter für eine einstellige Zahl von Filialen. Das Unternehmen machte auf Nachfrage keine konkreten Angaben.

Der bisherige Tegut-Eigentümer, der Schweizer Handelskonzern Migros, hatte in dieser Woche angekündigt, sich aus Deutschland zurückziehen zu wollen. Rund 200 der mehr als 300 Filialen sowie unter anderem das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach sollen an Edeka verkauft werden. Beide Seiten haben bereits eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Das Geschäft bedarf einer Zustimmung des Kartellamtes. Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Der Großteil der Supermärkte der Kette befindet sich in Hessen.

Mit dem Handelskonzern Rewe verhandelt Migros nach eigenen Angaben über das zweitgrößte Filialpaket. Um wie viele Märkte es geht, ist nicht bekannt. Rewe äußerte sich auf Nachfrage dazu nicht. Migros nannte keine weiteren Einzelheiten zu laufenden Gesprächen und möglichen Abnehmern. Zuvor hatte die «Lebensmittel Zeitung» darüber berichtet.

Experten sehen hohe Konzentration im Lebensmittelhandel

Der Kartellrechtler Rupprecht Podszun sieht die geplanten Übernahmen von Tegut-Standorten kritisch. Er hält es sogar für möglich, dass das Kartellamt die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt. Der Professor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist Mitglied der Monopolkommission. Ein kürzlich veröffentlichtes Gutachten des Beratergremiums kam zu dem Schluss, dass die Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel auf die vier Unternehmen Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits sehr hoch ist. 

Podszun erwartet deshalb eine besonders intensive Prüfung durch die Wettbewerbshüter. «Bislang wird oft argumentiert, dass es doch ausreicht, wenn es für Konsumenten in einer bestimmten Region genügend Auswahl unter den Supermärkten gibt.» Die Marktmacht der großen Handelsketten ist dem Experten zufolge jedoch nicht mehr nur regional begrenzt. Sie drängten zudem zunehmend in die Produktion. «Wir können nicht einerseits eine hohe Konzentration beklagen und andererseits zusehen, wie die letzten kleinen Wettbewerber von genau diesen Unternehmen geschluckt werden.»