Druckartikel: Arche-Gründer Bernd Siggelkow rechnet mit Ampel ab: "Verbrechen an Kindern"

Arche-Gründer Bernd Siggelkow rechnet mit Ampel ab: "Verbrechen an Kindern"


Autor: Agentur dpa

Deutschland, Mittwoch, 14. Februar 2024

Das Kinderhilfswerk "Die Arche" widmet sich bundesweit Tausenden Kindern aus Familien mit wenig Geld und Bildung. Der Gründer prangert nun politische Versäumnisse an und stellt klare Forderungen.


Wachsende soziale Ungleichheit und geringe Aufstiegschancen: Der Gründer des Hilfswerks "Die Arche" fordert mehr Engagement für benachteiligte Kinder in Deutschland. In seinem neuen Buch beklagen der ausgebildete Theologe Bernd Siggelkow und sein Co-Autor Wolfgang Büscher, dass die Politik bei dem Thema "jämmerlich gescheitert" sei. "Das Verbrechen an unseren Kindern" erscheint am Mittwoch (14. Februar 2024) im Bonifatius Verlag. Es ist nicht nur eine Anklage gegen Politik und Gesellschaft, sondern explizit auch ein Hilferuf. "Wir müssen mehr in die Kinder investieren, sei es mit Geld, Sachleistungen oder Zeit", heißt es im Buch.

Konkret fordert Siggelkow die Einführung einer Kindergrundsicherung und eines Grunderbes, um die soziale Ungleichheit im Land zu verringern. Finanziert werden könne dies aus der Vermögens- und Erbschaftssteuer. Nötig seien auch deutliche Verbesserungen der Bildung. Ein stärkeres Investment in die nachfolgenden Generationen wird sich nach Überzeugung Siggelkows auszahlen: Eines Tages zahlten die Kinder es zurück, indem sie zu arbeitenden Mitgliedern der Gesellschaft würden und etwa Steuern entrichteten.

"Arche"-Gründer Siggelkow: Umgang mit benachteiligten Kindern ist verbrecherisch

Die Autoren schildern auch Beispiele als Belege dafür, dass Benachteiligungen durchaus kompensiert werden können. Sie erzählen von Schicksalen von "Arche"-Kindern, die ihr Leben trotz der oft widrigen Umstände in ihren Elternhäusern, mit etwa Finanzsorgen, Alkoholmissbrauch oder Krankheiten meisterten. Siggelkow und Büscher schreiben: Die Arche-Kinder seien nicht weniger begabt als andere Kinder auch. Die Talente und Begabungen müssten aber gefördert werden.

Hier geht es zum neuen Buch: Das Verbrechen an unseren Kindern

Auch zu von Kindern und Jugendlichen verübten Verbrechen haben die Autoren eine These: Sie sehen als Risikofaktoren zu enge Wohnverhältnisse, familiären Stress und auch Gewalterfahrungen in der Kindheit. Diese Faktoren hätten in den vergangenen Jahren massiv zugenommen: mit Corona-Pandemie, Inflation und Ukraine-Krieg. Bei aus dem Ausland stammenden Kindern und Jugendlichen kämen teils Gewalterfahrungen und Traumata der Flucht hinzu.

Siggelkow, der Ende Februar 60 Jahre alt wird, gründete die «Die Arche» 1995 in Berlin-Hellersdorf auch als Folge eigener Erfahrungen. Seine ganze Kindheit habe aus emotionaler Leere, Einsamkeit, Armut und Hoffnungslosigkeit bestanden, schreibt er. Büscher ist der Pressesprecher des Kinderhilfswerks, das an über 30 Standorten bundesweit vertreten ist und Ableger im Ausland hat. Zu den kostenlosen Angeboten zählen etwa Spiele und Sport, Hausaufgabenhilfe und ein Mittagessen.

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