Der Festgenommene stehe im Verdacht, Vorbereitungen für Brandanschläge getroffen zu haben, sagte Dobrindt damals weiter. Unter anderem soll er versucht haben, Menschen anzuheuern, die diese Anschläge ausführen. Das Auswärtige Amt bestellte nach der Festnahme den iranischen Botschafter ein.
Iran spricht von «Kampagne», die vom Krieg ablenken solle
Der Iran hatte die Vorwürfe damals entschieden zurückgewiesen. Die iranische Botschaft in Berlin sprach von «unbegründeten und gefährlichen Behauptungen», wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Isna berichtete. Die Vorwürfe seien Teil einer Kampagne, um von Israels Krieg gegen den Iran abzulenken.
Israel hatte am 13. Juni 2025 den Iran angegriffen und landesweit Ziele bombardiert. Als Begründung führte die Regierung die Bedrohung durch Irans umstrittenes Atomprogramm an - Israel befürchtet, die Islamische Republik könnte eine Atombombe bauen. Der Iran bestreitet dies und reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen. Später bombardierten die USA iranische Atomanlagen. Im Februar brach der Krieg erneut aus, inzwischen gilt eine Waffenruhe.
Weitere Festnahme im November
Im November hatte die Bundesanwaltschaft in Dänemark dann den nun Mitangeklagten festnehmen lassen. Der Afghane soll dem Dänen zugesagt haben, einem unbekannten Dritten eine Waffe zu verschaffen und ihn zu einem Mordanschlag auf Volker Beck zu veranlassen, teilte die Behörde mit. Auch er sitzt seit seiner Auslieferung nach Deutschland in Untersuchungshaft.
Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte der «Rheinischen Post»: «Einmal mehr wird deutlich, wie zentral die Arbeit unserer Sicherheitsbehörden im Kampf gegen jene ist, die die Grundfesten der Demokratie zerstören wollen und dabei vor offensichtlich antisemitisch motivierten Mordanschlägen nicht zurückschrecken».
Beifall im Bundestag
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, sprach während einer Bundestagsdebatte den beteiligten Sicherheitsbehörden seine Anerkennung aus. Gleichzeitig drücke er – im Namen des Bundestags – seine Solidarität mit den Betroffenen aus, sagte er, was mit Applaus quittiert wurde.
Die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) verschärfte ihre Kritik am Umgang Europas mit der iranischen Führung: «Spätestens jetzt darf niemand mehr von Einzelfällen sprechen», verlangte Generalsekretär Gady Gronich. «Das iranische Regime führt einen systematischen Terrorkrieg gegen Juden, gegen Israel und gegen demokratische Gesellschaften – auch mitten in Europa und auf deutschem Boden.» Sämtliche Finanzierungs-, Tarn- und Einflussstrukturen in Europa müssen kompromisslos offengelegt und zerschlagen werden. Ähnliche Forderungen erhob auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft.