Der Weg scheint frei für das Rammstein-Mega-Konzert an Silvester. Der Münchner Stadtrat hat am Mittwoch (10.08.2022) für das Event auf der Theresienwiese gegeben. Die Debatte hält aber an - und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Ganze 145.000 Fans will Rammstein am Silvesterabend auf die Theresienwiese inmitten der bayerischen Landeshauptstadt locken. Ein Konzert der Superlative - das für den Münchner Stadtrat prinzipiell in Ordnung geht. Am Mittwoch hat das Gremium mit den Stimmen von SPD und CSU prinzipiell grünes Licht für die Mega-Veranstaltung zum Jahreswechsel gegeben. Darüber berichteten mehrere Medien im Anschluss an die Entscheidung. 

Mehrheit für Rammstein-Konzert - "Machen first, Bedenken Second"

Vor allem die CSU ist laut der Süddeutschen Zeitung  (SZ) begeistert von den Plänen der Berliner Rocker. Auch die gemeinsame Fraktion von FDP und Bayernpartei sieht die Zustimmung zu dem Silvester-Spektakel auf dem Oktoberfest-Gelände positiv. Auf Twitter ließ sie unter anderem verlauten: "Machen first, Bedenken second: Wir freuen uns, dass der Münchner Stadtrat sich mehrheitlich für ein Rammstein-Konzert an Silvester auf der Wiesn ausgesprochen hat. Jetzt muss der Veranstalter ein gutes Konzept zur Sicherheit und Organisation vorlegen."

Die SPD sagt zwar prinzipiell ja, ist mit ihrer Begeisterung aber eher verhaltener und will alle Möglichkeiten zunächst einmal ausloten. München sei kein Dorf, wolle gerne Großstadt, manchmal sogar Weltstadt sein, zitiert die SZ die sozialdemokratische Fraktionschefin Anne Hübner: "Nicht immer nur 1000 Bedenken ins Feld zu führen, sondern auch mal die Chancen zu sehen."

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, denn auch aus dem Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR) muss es heißen: "Feuer frei!"  Vor allem aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen hat das KVR gemeinsam mit der Polizei aber erhebliche Bedenken gegenüber dem Rammstein-Konzert angemeldet, die Zustimmung scheint von dieser Seite her also offen. Außerdem sei die Vorbereitungszeit von vier Monaten relativ kurz, wie es gegenüber der Süddeutschen Zeitung hieß. 

Lautstarke Kritik kommt beispielsweise auch von den Grünen, die in Bezug auf die Konzert-Pläne unter anderem von Unseriosität und Fahrlässigkeit sprechen. Die Linke im Stadtrat wiederum gibt laut der SZ die Kommerzialisierung der Theresienwiese zu bedenken. Wem das Spektakel auf keinen Fall gefallen dürfte, sind die Veranstalter des Tollwood-Festivals. In dessen Rahmen findet traditionell an Silvester auf der "Wiesn" eine Gala statt, auf der eher ruhigere Töne gespielt werden.