Im Nationalpark Bayerischer Wald ist es Mitarbeitern gelungen, ein dort seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Tier abzulichten. Was macht das "Zorro"-Tier so besonders?
Sensationelle "Zorro"-Entdeckung im Nationalpark Bayerischer Wald: Der Gartenschläfer ist in Deutschland selten geworden. Auch im Nationalpark Bayerischer Wald fehlte von dem etwa faustgroßen Nager mit der schwarzen Augenmaske seit Jahrzehnten jede Spur.
Vier Jahre haben zwei Nationalpark-Beschäftigte deshalb nach dem nachtaktiven Kletterkünstler gesucht - mit Erfolg: Ein Exemplar tappte jüngst in eine Fotofalle, wie die Nationalparkverwaltung am Samstag (21. Oktober 2023) mitteilte.
Nationalpark sucht vier Jahre nach "Zorro"-Nager - kurz vor dem Aufgeben gelingt Beweisbild
Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) gilt laut der Roten Liste bedrohter Arten als stark gefährdet in Deutschland. Die Deutsche Wildtierstiftung hatte ihn deshalb zum "Tier des Jahres 2023" ernannt. Wie Siebenschläfer, Haselmaus und Baumschläfer gehört er zu den Bilchen und war ursprünglich in vielen struktur- und felsreichen Mittelgebirgen verbreitet. Inzwischen findet man ihn demzufolge nur noch in Bayern, im Harz und im Schwarzwald.
2019 hatten die beiden Nationalpark-Mitarbeiter die Suche mit Hilfe von Wildtierkameras gestartet. 150.000 Fotos werteten sie laut der Nationalparkverwaltung jedes Jahr aus: Darauf zu sehen waren zum Beispiel Luchse, Siebenschläfer, Weißrückenspechte, Waldkäuze und Mäuse - aber lange kein Gartenschläfer. Das Team war schon kurz davor aufzugeben. Doch schließlich gelang das Beweis-Foto.
"Das bedeutet, wir haben noch ein Restvorkommen" teilte der Naturschutz-Experte des Nationalparks, Jörg Müller mit. Dieser hofft nun auf eine Trendwende bei der Gartenschläfer-Population. Weniger Freude erzeugen vermehrte Sichtungen der Nosferatu-Spinne - doch wie gefährlich ist sie wirklich?