Größter Waldbrand der vergangenen Jahre wütet in Bayern - Lage weiter angespannt

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Im Chiemgau ist ein massiver Waldbrand auf einem der bekanntesten Berge ausgebrochen. Weiterhin ist die Lage schwierig. Vor allem das Gelände macht der Feuerwehr zu schaffen.

Update vom 06.05.2026: Waldbrand im Chiemgau - Lage weiter angespannt

Weiterhin ist voller Einsatz gefragt: Der Kampf gegen die Flammen am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen geht unvermindert weiter. Zwar mussten bei Dunkelheit die Helikopterflüge eingestellt werden. Der Einsatz gegen den Waldbrand sollte in der Nacht aber vom Boden aus weiterlaufen - soweit das gefahrlos möglich sei, erläuterte das Landratsamt Traunstein. Unter anderem kämen handgeführte Strahlrohre und Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz. Am Mittwochmorgen sollen erneut Helikopter starten, um das Feuer aus der Luft zu bekämpfen. Sie werfen kontinuierlich Wasser ab, um den Brand einzudämmen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 

An dem 1270 Meter hohen Berg bei Ruhpolding lodern seit Sonntagabend die Flammen. Auch am zweiten Tag des Katastrophenfalls im Landkreis Traunstein war keine Entwarnung möglich. "Die erhoffte deutliche Wende in der Brandbekämpfung ist bislang nicht eingetreten. Die Lage bleibt dynamisch", teilte das Landratsamt am Abend mit. Für Fragen aus der Bevölkerung richtete das Landratsamt ein Bürgertelefon ein. Für die Menschen herrscht keine direkte Gefahr. Allerdings ist das Einsatzgebiet abgeriegelt, es gelten Betretungs- und Fahrverbote. Unter anderem ist die B 305 im betroffenen Gebiet gesperrt.

Nach Schätzung vom Abend ist eine dreistellige Hektarzahl von dem Feuer betroffen. Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) sprach von einem der größten Waldbrände, die es in Bayern in den vergangenen Jahren gegeben habe. Der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) hatte am Montag den Katastrophenfall ausgerufen. Damit werden die Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert, Hilfe kann überörtlich angefordert werden. Am Dienstag halfen laut Landratsamt drei Hubschrauber von der Bundeswehr beim Löschen, außerdem vier von der Landespolizei, einer von der Bundespolizei, einer der Landespolizei Baden-Württemberg sowie zwei von Heli Austria. Die Bundeswehr-Hubschrauber können laut Danzer rund 5.000 Liter Wasser transportieren, deutlich mehr als die Hubschrauber der Polizei. 

Das Gelände rund um den Saurüsselkopf ist extrem steil, unwegsam und teilweise gefährlich für Einsatzkräfte am Boden. Es gibt kaum begehbare Wege. Die Ausbreitung des Feuers und mögliche herabfallende Äste sind zusätzliche Risiken. Unter anderem sind Feuerwehr, Bergwacht, Rettungsdienst, Polizei, Katastrophenschutz, Forstbehörden und Gemeinde beteiligt. Der Brand ist besonders brisant, weil er ein Trinkwasserschutzgebiet bedroht. Eine Quelle versorgt laut Landrat Danzer rund 30.000 Menschen mit Wasser. Ihr Schutz hat höchste Priorität. Zudem erfüllt der Schutzwald wichtige Funktionen für die Region, etwa beim Schutz vor Erosion, Steinschlag und Murenabgängen. "Wenn das Feuer gelöscht ist, werden wir den Wald am Saurüsselkopf wieder sanieren und neue Bäume pflanzen", versprach Ministerin Kaniber.

Update vom 05.05.2026: Bundeswehr wird wegen massivem Waldbrand zu Hilfe gerufen

Am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen soll der Kampf gegen das Waldfeuer heute intensiviert werden. Die Bundeswehr wird laut dem Landratsamt Traunstein mit Hubschraubereinsätzen unterstützen. Ihre Hubschrauber können etwa 5000 Liter Wasser befördern, deutlich mehr als die der Polizei, erklärte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler). Er hatte am Vortag den Katastrophenfall ausgerufen. "Wir sind auf überörtliche Hilfe angewiesen."

Schätzungen zufolge sind 50 bis 60 Hektar Wald betroffen, hieß es vom Landratsamt. Das Feuer gefährdet ein Trinkwasserschutzgebiet. "Wir müssen die Quelle schützen. Die Quelle versorgt 30.000 Bürgerinnen und Bürger", so Danzer. Bis zu 250 Einsatzkräfte waren am Montag vor Ort. Bis zum Einbruch der Dunkelheit sollen Hubschrauber das Feuer aus der Luft bekämpfen.

Nachts muss der Flugbetrieb eingestellt werden, sagte der Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christoph Grundner. "Wir haben es mit einem extrem schwierigen Gelände zu tun. Die Sicherheit der Einsatzkräfte steht an erster Stelle. Deshalb erfolgt die Brandbekämpfung dort, wo ein Einsatz am Boden nicht möglich ist, vor allem aus der Luft."

"Wenn man diesen Berg brennen sieht": Bürgermeister schildert Situation 

Mindestens vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria waren bei den Löscharbeiten im Einsatz. Auch die Landespolizei Baden-Württemberg entsandte einen Hubschrauber, und heute wird eventuell erneut Unterstützung aus dem Nachbarbundesland erwartet. Die Bevölkerung muss sich im Bereich Ruhpolding, insbesondere im Ortsteil Laubau und an der Chiemgau Arena, auf zahlreiche Flüge einstellen. Eine Gefahr für die Anwohner besteht jedoch nicht. Der vom Feuer bedrohte Schutzwald erfüllt eine besondere Funktion, unter anderem hinsichtlich Trinkwasser, Erosion, Steinschlag und Murenabgänge, hieß es weiter. Diese Funktionen müssen gesichert werden.

Seit Sonntagabend lodern die Flammen an dem Berg bei Ruhpolding im Landkreis Traunstein. Der Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer schilderte, der Berg sei als markantes Bergmassiv vom gesamten Talkessel aus sichtbar. "Und wenn man dann vor allem bei Dunkelheit rausschaut und diesen Berg brennen sieht, da wird einem ein bisschen mulmig." Die Ursache des Brandes ist unklar. Aufgrund der Witterung der letzten Tage und Wochen herrscht extreme Trockenheit, sagte Einsatzleiter Grundner.

Am Wochenende habe es einige kleinere Brände an Wiesen und Hecken gegeben, die wahrscheinlich auf die warme Witterung zurückzuführen seien, berichtete auch der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. "Bei keinem Brand haben wir bisher Hinweise auf eine Brandstiftung." Das gilt bisher auch für das Feuer am Saurüsselkopf.

Erstmeldung vom 04.05.2026: Katastrophenfall in den Chiemgauer Alpen ausgerufen

Am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen kämpfen zahlreiche Feuerwehrleute weiterhin gegen einen zerstörerischen Waldbrand. In dieser Region wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Schätzungen zufolge sind 50 bis 60 Hektar Wald betroffen, wie das Landratsamt mitteilte.

Das Feuer gefährdet ein Trinkwasserschutzgebiet. "Wir müssen die Quelle schützen. Die Quelle versorgt 30.000 Bürgerinnen und Bürger", sagte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer.

Das Gelände ist äußerst steil, sodass der Brand vom Boden aus nicht gelöscht werden kann. "Wir sind auf überregionale Hilfe angewiesen", erklärte Danzer. Daher habe er den Katastrophenfall ausgerufen.

In der Dunkelheit brennt der Berg: "Da blutet einem das Herz"

Bis zum Einbruch der Dunkelheit sollen Hubschrauber den Brand aus der Luft bekämpfen, danach müsse der Flugbetrieb bis Dienstagmorgen (5. Mai 2026) eingestellt werden, sagte der Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christoph Grundner, nach einer Pressekonferenz am Nachmittag. "Das ist leider nicht anders möglich, da wir keine Maschine mit Wärmebildkamera beziehungsweise mit Nachtflugtauglichkeit bekommen haben", fügte Grundner hinzu.

Seit Sonntagabend (3. Mai 2026) lodern die Flammen an dem Berg bei Ruhpolding im Landkreis Traunstein. Der Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer berichtete, dass der Berg als sehr markantes Bergmassiv vom gesamten Talkessel Ruhpolding aus zu sehen ist. "Da blutet einem natürlich schon das Herz, wenn dieser Berg raucht und qualmt und brennt in der Nacht. Und wenn man dann vor allem bei Dunkelheit rausschaut und diesen Berg brennen sieht, da wird einem ein bisschen mulmig."

Dichter Rauch stieg auch am Montag aus einem bewaldeten Berg auf. Derzeit sind vier Polizeihubschrauber der Landespolizei sowie zwei Hubschrauber von Heli Austria an den Löscharbeiten beteiligt. Auch Hubschrauber der Bundespolizei sowie ein weiterer der Landespolizei Baden-Württemberg werden eingesetzt, teilte das Landratsamt mit.

Trinkwasserschutzgebiet in Gefahr

Für Dienstag sind darüber hinaus Hubschraubereinsätze der Bundeswehr geplant. Der Bundeswehrhubschrauber kann rund 5000 Liter Wasser transportieren, deutlich mehr als die Hubschrauber der Polizei, sagte Danzer.

Wenn nötig, soll auch aus Baden-Württemberg am Dienstag erneut ein Hubschrauber kommen, teilte das Innenministerium in Stuttgart mit. Zusätzlich entsendet die Polizei Baden-Württemberg den in Bayern nicht vorhandenen Flugfeld-Tankwagen zur Treibstoffversorgung direkt im Einsatzgebiet.

Im Zentrum der Einsatzmaßnahmen steht laut Danzer der Schutz des Trinkwasserschutzgebietes. Die Feststellung des Katastrophenfalls, bei dem Einsatzkräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert werden, sei angesichts der Lage ein notwendiger Schritt gewesen, erläuterte Danzer. "Jetzt geht es darum, alle Kräfte bestmöglich zu koordinieren und das Trinkwasserschutzgebiet Laubau wirksam zu schützen."

Brandursache unklar: Deutscher Wetterdienst warnt vor Trockenheit

Feuerwehren aus Ruhpolding und umliegenden Orten wurden zusammengezogen. Sie kämpften auch am Boden gegen eine Ausbreitung des Feuers, etwa mit Bewässerungsmaßnahmen entlang von Forstwegen. Ein direktes Eingreifen am Boden sei wegen der steilen und schwer zugänglichen Lage "nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen", hatte die Gemeinde bereits am Morgen erläutert.

Die Brandursache ist unklar. Aufgrund der Witterung der letzten Tage und Wochen herrscht extreme Trockenheit, sagte Einsatzleiter Grundner.

Für ganz Bayern gab der Deutsche Wetterdienst für Montag auf dem Waldbrandgefahrenindex die Stufe drei von fünf aus. In einigen Regionen, unter anderem in Alpennähe, war es Stufe vier. In den nächsten Tagen soll die Gefahr mit aufkommendem Regen sinken. Laut der Gemeinde Ruhpolding waren am Montagmorgen rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen.

Keine Anhaltspunkte für Brandstiftung

Im betroffenen Gebiet südlich des Ortsteils Laubau und der Chiemgau Arena könnte es Ascheregen geben. In diesem Fall sollten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten und den Aufenthalt im Freien reduzieren. Aktuell besteht aber keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch mahnte die Gemeinde, das Gebiet weiträumig zu meiden und die Zufahrtswege für Einsatzkräfte freizuhalten.

"Es sind auch Polizeibeamte eingebunden", sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Stefan Sonntag. "Wenn sich Anhaltspunkte für eine Straftat ergäben, also etwa Brandstiftung, würde die Polizei ermitteln. Momentan gibt es dafür aber keinen Anhaltspunkt."

Es habe am Wochenende einige kleinere Brände an Wiesen, Hecken und am Schilfgürtel eines Sees gegeben, die wahrscheinlich auf die warme Witterung zurückzuführen seien. "Bei keinem Brand haben wir bisher Hinweise auf eine Brandstiftung."

Vorschaubild: © Matthias Brüning/dpa