Karriereende nach der bayerischen Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der Spitzenkandidaten

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Karriereende nach der Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der aktuellen Spitzenkandidaten
Martin Hagen (FDP) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler) - zwei der Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Bayern.
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Daniel Karmann/dpa/Archivbild; Helmut Fricke/dpa; Collage: inFranken.de
Karriereende nach der Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der aktuellen Spitzenkandidaten
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz.
Markus Söder
Peter Kneffel/dpa
Karriereende nach der Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der aktuellen Spitzenkandidaten
Chef der SPD in Bayern: Florian von Brunn in München.
Bayerns SPD-Chef Florian von Brunn
Uwe Lein/dpa
Karriereende nach der Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der aktuellen Spitzenkandidaten
Ludwig Hartmann und Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Bayern.
Hartmann und Schulze
Sven Hoppe/dpa/Archivbild
Karriereende nach der Bayerischen Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der Spitzenkandidaten
Katrin Ebner-Steiner und Martin Böhm, beide Landtagsabgeordnete der AfD
Karriereende nach der Bayerischen Landtagswahl? Die Zukunftsaussichten der Spitzenkandidaten
dpa

Von der bayerischen Landtagswahl erhoffen sich die Spitzenkandidaten der Parteien bestmögliche Ergebnisse. Was sind jedoch die Konsequenzen, wenn bei der Abstimmung der Erfolg ausbleibt?

Bei der Landtagswahl am Sonntag (8. Oktober 2023) geht es nicht nur um Bayerns neue Staatsregierung und die Zusammensetzung des Landtags. In der Politik starten und enden am Wahlabend - oder in den Tagen danach - auch gerne politische Karrieren. Insbesondere die Spitzenkandidaten der Parteien müssen sich am Ergebnis ihrer Partei messen lassen und im Fall einer Niederlage auch häufig persönliche Konsequenzen ziehen. Bis zum Wahltag ist es meist ein Tabuthema, welches nicht einmal unter der Hand gerne besprochen wird. Um so spannender sind die kursierenden Gerüchte - ein Überblick. Die Stimmkreise in Bayern mit den zur Wahl zugelassenen Wahlkreisvorschlägen findest du hier.

CSU: Spitzenkandidat Markus Söder sitzt als CSU-Chef fest im Sattel. Obwohl die Umfragen für die Christsozialen in den vergangenen Wochen mit 36 Prozent kontinuierlich unter dem schlechten Ergebnis von 2018 lagen, wählte die CSU ihn jüngst mit 96,6 Prozent für zwei weitere Jahre an die Parteispitze. Dennoch dürfte es in der CSU nicht gut ankommen, wenn sie unter Söder künftig mit einer noch kleineren Fraktion im Landtag vertreten wäre. Sein Stuhl dürfte aber zunächst weiter stabil bleiben, auch weil es derzeit niemanden in der Partei gibt, der ihm direkt gefährlich werden und ihn herausfordern könnte.

Spitzenkandidaten und das Wahlergebnis: Ein kritischer Karrieretest

Freie Wähler: Angesichts des sich in allen Umfragen abzeichnenden guten Wahlergebnisses kann Spitzenkandidat und Parteichef Hubert Aiwanger dem Wahlabend sehr gelassen entgegensehen. So oder so ist derzeit eine Zukunft der Freien Wähler ohne Aiwanger parteiintern nicht vorstellbar. Zwar ist er auch intern nicht unumstritten, gleichwohl gibt es aber niemanden in der Partei, der ihm gefährlich werden könnte. Seit der Flugblatt-Affäre ist der Zuspruch für Aiwanger noch weiter gestiegen.

Grüne: Das Spitzenduo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann genießt bei den Grünen im Freistaat ein sehr hohes Ansehen. Beiden wird zugutegehalten, die Partei trotz der massiven Angriffe der Konkurrenz wegen der Politik der Ampel-Regierung im Bund recht stabil zu halten. Es ist davon auszugehen, dass beide nach der Wahl ihre Posten als Fraktionschefs behalten werden - sofern sie es wollen.

FDP: Sollten sich die Umfragen bewahrheiten und die FDP nur fünf Jahre nach ihrem Wiedereinzug wieder aus dem Landtag fliegen, dürften die Tage von Spitzenkandidat Martin Hagen als Landeschef gezählt sein. Dem Vernehmen nach gehen viele in der FDP davon aus, dass sich die Partei dann im Freistaat (mal wieder) personell neu aufstellen würde. Hagen hatte das Amt erst seit November 2021 inne.

SPD: Nach der schmerzhaften Pleite der Sozialdemokraten bei der Wahl 2018 musste die damalige Landeschefin Natascha Kohnen ihren Hut nehmen. Auf sie folgte der aktuelle Spitzenkandidat Florian von Brunn, dem es aber trotz eines deutlich offensiveren Politikstils bisher nicht gelungen ist, die SPD aus ihrem Dauerumfragetief herauszuholen. Würde die SPD erneut bei der Landtagswahl Schiffbruch erleiden, könnten die gleichen Mechanismen greifen und es (perspektivisch) auch für den im Wahlkampfendspurt auch noch erkrankten von Brunn eng werden. Dabei dürfte es allenfalls nur eine untergeordnete Rolle spielen, ob der Grund für die Niederlage in Bayern die schlechten Zustimmungswerte zur SPD-geführten Bundesregierung sind.

AfD: Wie die Freien Wähler kann auch die AfD dem Wahlausgang sehr gelassen entgegensehen. Auch wenn die Rechtspopulisten, die auch vom Verfassungsschutz beobachtet werden, in Bayern in Umfragen deutlich hinter den bundesweiten Ergebnissen zurückhängen, spricht viel dafür, dass die Fraktion im neuen Landtag größer werden wird. Personelle Konsequenzen sind daher praktisch auszuschließen. Es dürfte sich eher die Frage stellen, ob das Spitzenduo Martin Böhm und Katrin Ebner-Steiner so gestärkt aus der Wahl hervorgeht, dass sie im Landtag künftig den Fraktionsvorsitz übernehmen werden. In der vergangenen Legislatur war die Fraktion intern gespalten, weshalb es immer wieder Wechsel an der Spitze gab.