Ein Leitantrag für die Wahlkampfoffensive, Söders Bestätigung als Parteivorsitzender, ein umjubelter Auftritt von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet: Der CSU-Parteitag in Nürnberg hatte jede Menge Potenzial, um der schwächelnden Union wieder Auftrieb im Bundestagswahlkampf zu geben. Doch für eine Aussage von CSU-Chef Markus Söder zu Verkehrsminister Andreas Scheuer hagelte es in den Sozialen Netzwerken massive Kritik.
- CSU-Parteitag in Nürnberg: Parteichef Markus Söder lobt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer überschwänglich
- "Kenne wenige Minister, die so viel Geld nach Bayern holen wie der Andi Scheuer"
- Twitter-Nutzer reagieren entsetzt: "Politikverständnis eher wie bei der Mafia"
- Das erwartet uns, "wenn Söder mal Kanzler werden sollte"
CSU-Vorsitzer Markus Söder hat seine Rede auf dem Parteitag in Nürnberg dazu genutzt, sich klar zu dem Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zu bekennen und SPD bzw. Grünen den Kampf anzusagen ("Wir fangen euch noch auf den letzten Metern ab"). In den Sozialen Medien sorgte allerdings ein anderes Thema für Aufruhr: Söders Lob für Bundesverkehrsminister und Parteifreund Andreas Scheuer, das der CSU-Chef ebenfalls eingeflochten hatte. Stein des Anstoßes war die Aussage des Ministerpräsidenten, wonach Scheuer "viel Geld nach Bayern gebracht" habe.
CSU-Parteitag: Markus Söder stellt heraus, dass Verkehrsminister Scheuer "viel Geld nach Bayern gebracht hat"
Ein Tweet der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" vom Freitag (10. September 2021) gibt wider, wie Söder die Vorzüge Scheuers herausstellt. Im Wortlaut heißt es: "Ja, wir wollen erneuerbare Energien zu 100 Prozent. Wir wollen neue Antriebe, Andi Scheuer. Elektro, Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe. Du hast uns viel Geld nach Bayern gebracht. Und bei allem, was der eine oder andere kritisiert an dem Andi Scheuer: Ich kenne wenige Minister, die so viel Geld nach Bayern holen wie der Andi Scheuer. Auch das muss man einfach mal in der Bilanz ehrlicherweise bitte nach draußen sagen."
Während die Mitglieder vor Ort artig applaudieren, sind die Reaktionen auf Twitter auf die stolze 435.000 Mal (Stand: Montag, 13. September, 12 Uhr) anzeigte Passage der Söder-Rede nahezu ausnahmslos negativ.
In den Retweets bezeichnen die Nutzer die Aussage als Beleg für "bayrische Günstlingswirtschaft" und "unverschämte Lobbypolitik" und stellen fest: "Die Bundesrepublik ist nicht der Selbstbedienungsladen der Bayern."
Kritik an Söder-Rede: "Politikverständnis eher wie bei der Mafia"
Dass Markus Söder "seinen" Verkehrsminister so überschwänglich für eine offensichtliche Bevorteilung Bayerns lobt, gefällt Nutzern außerhalb des Freistaats offenbar gar nicht. Ein User fragt: "Schon mal daran gedacht, dass anderswo (außerhalb Bayerns) die Straßen deshalb nicht repariert werden können, WEIL überproportional viel Geld nach Bayern fließt?"
"Politikverständnis der CSU eher wie bei der Mafia..ein Bundesminister sollte für das Land zuständig sein, nicht als Provinz- Geldeintreiber nach Berlin geschickt werden..unglaublich, diese Kleinpartei, die als Wurmfortsatz der CDU grosskotzig auftritt!", wettert ein Nutzer.