Nach elf Anstiegen in Folge wechselt der Preis für E10 die Richtung. Diesel stellt gleichzeitig den siebten Rekord in Folge auf. Experten warnen vor Verzögerungen bei Preissenkungen trotz fallender Ölpreise.
Beim Benzinpreis könnte sich eine Trendwende abzeichnen. Am Dienstag sank der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 zum ersten Mal nach davor elf Anstiegen in Folge, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Mit 2,188 Euro pro Liter war der Kraftstoff 0,4 Cent günstiger als am Vortag und bleibt damit unter dem Allzeithoch aus dem März 2022, dem er davor bis auf 1,1 Cent nahegekommen war.
Diesel verteuerte sich allerdings weiter. Mit einem Anstieg um 0,4 Cent auf 2,447 Euro ergab sich der siebte Rekordtag in Folge. Da angesichts der Entspannung im Nahen Osten auch die Ölpreise über Nacht stark gesunken sind, könnte der Anstieg allerdings bald zu Ende sein. Iran und USA hatten zuvor eine zweiwöchige Feuerpause angekündigt. Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi zufolge soll die Straße von Hormus während der Waffenruhe geöffnet werden.
Sinken der Preise könnte dauern
Wie lange es dauert, bis die Entspannung am Ölmarkt auch die Zapfsäule erreicht, ist allerdings offen. Das Bundeskartellamt hat dabei in der Vergangenheit den sogenannten Rakete-und-Feder-Effekt beobachtet. Er besagt, dass Kostensteigerungen schnell in die Preise einfließen, sinkende Kosten aber nur langsam.
In Frankreich gibt es bereits erste Einschätzungen, wie stark der Effekt sein könnte: Der Vorsitzende der Ölindustrieunion, Olivier Gantois, sagte im Sender France Info, dass die Spritpreise in den kommenden Tagen um 5 bis 10 Cent pro Liter sinken könnten, falls sich der Ölpreis pro Barrel bei etwa 93 bis 95 Dollar halten sollte.
Insgesamt sind die Spritpreise seit Ausbruch des Krieges extrem stark gestiegen. Superbenzin der Sorte E10 war am Dienstag um 41 Cent pro Liter teurer als vor den Angriffen, Diesel um gut 70 Cent.
ADAC fordert Steuersenkung und Entlastung von Verbrauchern
Der ADAC hält den Anstieg der letzten Zeit im Vergleich zur Entwicklung bei den Ölpreisen für überhöht und fordert seit einiger Zeit eine Reduzierung der Steuern auf Treibstoff, um die Verbraucher zu entlasten.
Angesichts der hohen Preise gibt es Versuche, die Situation für die Verbraucher zu entschärfen. Vergangene Woche sind mehrere von der Berliner Koalition im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft getreten: Seitdem dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Preissenkungen sind jederzeit erlaubt.