Der Hexer von Buchau

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Beim Seubersdorfer Scheunafestival 2016 verkörperte Kilian Liebschwager (links) den furchteinflößenden Hexer von Buchau. Heute organisiert er Festivals. Stephan Stöckel
Beim Seubersdorfer Scheunafestival 2016 verkörperte Kilian Liebschwager (links) den furchteinflößenden Hexer von Buchau. Heute organisiert er Festivals. Stephan Stöckel

Metalkonzerte sind die Leidenschaft von Kilian Liebschwager - Deshalb stellt er selbst eines auf die Beine

Kilian Liebschwager ist ein Metalfan vom Scheitel bis zur Sohle. Der Buchauer hört nicht nur gerne harte Mucke, sondern hilft auch tatkräftig mit, wenn es darum geht, ein Festival auf die Beine zu stellen. Doch damit nicht genug: Liebschwager hat vor zwei Jahren auch noch seine eigene Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen: „Witchers Nightmare III – A Doom Metal Celebration“. Am Samstag, den 17. Oktober, geht diese in der Gößmannsreuther Kulturschule in die dritte Runde.

Überraschung für Schwager

Zu verdanken hat er sie seinem Schwager Bernd Walter . Dieser ist ein bunter Hund der Kulmbacher Musikszene, bekannt aus Bands wie „Arrested Mind“, „Euroschäck“, „WLFGNG“ oder „Riff & Voice“. Der Kulmbacher hatte vor zwei Jahren keinen Bock, seinen 50. Geburtstag zu feiern. Doch er hatte die Rechnung ohne seinen Verwandten gemacht. „Warte nur. Dir schenke und organisiere ich einen Konzertabend “, war der erste Gedanke, der Kilian Liebschwager durch den Kopf ging. Gesagt getan. Und eine neue Konzertreihe ward geboren.

Der 50-jährige liebt es nach eigener Aussage, bei Konzerten als ehrenamtlicher Helfer in der Stage Crew mitzuarbeiten oder diese zu organisieren. „Mir macht die Arbeit mit Menschen Freude“, sagt der Buchauer. 2000 Besucher pilgern alle Jahre wieder zu „Rock im Wald“ in Neuensee im Landkreis Lichtenfels. Der Buchauer ist bei dem dreitägigen Festival als Helfer seinen Idolen, wie „Mantar“ oder „Solstafir“ ganz nahe. Das sei für ihn der größte Lohn, betont der Buchauer.

„Beim ‚Braincrusher Festival ‘, das zweimal jährlich in Hirschaid stattfindet, hole ich als Busfahrer die ausländischen Bands vom Flughafen ab. Dabei verbessere ich meine Englischkenntnisse“, plaudert der Hobbyveranstalter aus dem Nähkästchen.

Auch die technische Seite eines Konzertes fasziniert Liebschwager. Er habe sich extra ein Buch angeschafft, in dem viel Wissenswertes über die Ton- und Beschallungsanlage eines Konzertes stehe, erzählt der Metalfan.

Er ist auch bei der Feuerwehr

Sein uneigennütziges Handeln stellt der 50-Jährige nicht nur in den Dienst des Rock’n’Roll, sondern auch der heimischen Feuerwehr. Als Vorsitzender lenkt er die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr Buchau-Dörfles.

Als es galt, vor zwei Jahren zur 900-Jahr-Feier einen Konzertabend mit den Gruppen „Oporto“, „Euroschäck“ und „Riff & Voice“ auf die Beine zu stellen, war Liebschwager selbstverständlich mit dabei.

Auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten, stand der Buchauer schon. Legendär waren seine Auftritte als furchteinflößender Hexer von Buchau mit der Kasendorfer Band „Cosmic Wasteland“. „Als sich diese vor über zehn Jahren aufgelöst hatte, fand ich eine neue Anstellung als Bandmaskottchen in der Kulmbacher Blackmetalband „Balberskult“, mit der ich durch Belgien, Frankreich und Polen tourte“, erzählt Liebschwager. Zu seinem 50. Geburtstag in diesem Jahr gab es– wie könnte es auch anders sein – im Buchauer Feuerwehrhaus eine zünftige Metalparty mit fünf Bands, an der auch der Mainleuser Bürgermeister Robert Bosch teilgenommen hatte.

Der Metalfan möchte aus der Bierstadt Kulmbach eine Doomstadt machen. „Unter ‚Doom‘ versteht man ein Subgenre des Metal, das Anfang der 70er Jahre von niemand geringerem als Ozzy Osbourne und seiner Band ‚ Black Sabbath ‘ erfunden wurde. Diese Musik zeichnet sich durch schwere, langsame Riffs, eine düstere Atmosphäre und einen oftmals melancholischen Charakter aus“, klärt der Fachmann auf.

Mit dem diesjährigen Festival hat er den Grundstein dafür gelegt. Alle auftretenden Combos fühlen sich diesem Genre zugehörig.