Auf den Wiesen rund um Forchheim ist es einsam geworden – Eine Gefahr lauert immer
Noch vor wenigen Tagen standen sie zu Dutzenden auf den Wässerwiesen bei Forchheim. Jetzt wirken viele Flächen plötzlich leer. Sind die Weißstörche wegen Hitze und Trockenheit lieber Richtung Süden verschwunden?
Helmut Schmitt, Vorsitzender der Kreisgruppe Forchheim im Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV), spricht von einer für diese Jahreszeit normalen Situation. Die Trockenheit spiele dabei allerdings eine Rolle.
Denn ist der Boden hart und ausgetrocknet, kommen Störche schlechter an ihre Nahrung. Amphibien und kleine Reptilien zeigen sich weniger, Mäuse, Würmer oder Maulwürfe sind schwerer erreichbar.
Wo Wiesen gewässert werden, sieht das anders aus. Solche Flächen erkennen die Störche aus der Luft. Der feuchte und weichere Boden macht die Nahrung leichter zugänglich. „Hier kann man dann oft 100 und mehr Störche beobachten“, erklärt Schmitt. Wird die Wässerung beendet und trocknet der Boden wieder aus, ziehen die Tiere weiter zu ergiebigeren Flächen.
Wer im Landkreis Forchheim Störche beobachten will, findet sie deshalb besonders dort, wo Wasser und feuchte Wiesen vorhanden sind. Typische Bereiche liegen entlang der Regnitz von Hausen in Richtung Baiersdorf, rund um Forchheim sowie an Wiesent und Trubach.
Auch mehrere feste Horststandorte gibt es im Landkreis. Bei Leutenbach am Ehrenbach zog ein Storchenpaar im vergangenen Jahr zwei Junge groß. In Pretzfeld wurden drei flügge Jungstörche gezählt, in Ebermannstadt vier und in Willersdorf zwei.
Dass derzeit weniger Störche zu sehen sind, hat noch einen zweiten Grund: Die Reisezeit hat begonnen. Oft ziehen zuerst die Jungstörche los. Sie schließen sich bereits Ende Juli oder Anfang August durchziehenden Störchen aus östlicheren Regionen an.