Der engagierte Betriebsrat, Gewerkschafter und Katholik Volker Griebel aus Romansthal wird für seine segensreiche Tätigkeit von Erzbischof Schick ausgezeichnet.
Jedes Jahr vergibt die Katholische Betriebsseelsorge der Erzdiözese Bamberg den Preis "Arbeiter für Gerechtigkeit". Dabei überreichte jetzt Erzbischof Ludwig Schick eine Bronzemedaille, eine Urkunde, ein Preisgeld sowie ein von ihm geschriebenes Buch über das Vaterunser in einem feierlichen Akt im Festsaal des Bistumshauses Bamberg. Diese besondere Auszeichnung ging an Volker Griebel aus Romansthal, Betriebsrats- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Omexom Frankenluk Bamberg.
"Für mich kam die Preisverleihung überraschend. Das diese Ehrung auf mich gefallen ist, habe ich einem Vergabeausschuss aus Mitgliedern von Kirche, Betriebsseelsorge und gewerkschaftlicher Politik zu verdanken. Der Preis wird an Personen oder Gremien vergeben, die sich in ihrem Betrieb besonders in ihrem Einsatz für mehr Solidarität, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit verdient gemacht haben. Also Voraussetzungen, die normalerweise jeder Mensch hat, sich aber trauen muss diese gezielt einzusetzen. So auch bei mir", betonte Volker Griebel. Die eingerahmte Urkunde hat einen Platz im Mitarbeiterbesprechungszimmer des Betriebsrates gefunden, die Bronzemedaille ist bei ihm zu Hause unter Verschluss. Er zeigt sie natürlich jedem seiner Gäste und Besucher sehr gern.
Jahrzehntelanges Engagement
Als Griebel sich vor über 30 Jahren das erste Mal zur Betriebsratswahl stellte, wollte er sich für die Belange, die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen seiner Kollegen engagieren. Als Industriekaufmann und Lohnbuchhalter war der jetzt 61-Jährige zu dieser Zeit schon über zehn Jahre im Lohnbüro der Frankenluk Bamberg beschäftigt. Vor über 18 Jahren wurde Volker Griebel Betriebsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Frankenluk Gruppe sowie Konzernbetriebsrat.
Von seiner Arbeit wurde er seither freigestellt, um sich mit ganzer Kraft der Arbeitnehmervertretung widmen zu können. "Beruflich für mich selbst ein großer Einschnitt, jedoch auch eine Chance, als Verbesserer für Arbeits- und Entgeltbedingungen zu agieren. Besonders auch als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft", erklärte Griebel.
Aus Erfahrung
"Da ich selbst durch eine Krankheit gemerkt habe, dass es wichtig ist, Vertrauenspersonen zu haben, um sich an diese mit seinen Ängsten und Sorgen innerhalb der Arbeitswelt wenden zu können, habe ich mich dieser sozialen Aufgabe gestellt. Das Ehrenamt erfordert viel Zeit und Geduld, aber auch Einfühlungsvermögen und Gerechtigkeitssinn. Hilfreich dazu können die Gewerkschaften sein. Seit Anfang meiner Arbeitnehmervertretungsarbeit bin ich Mitglied der IG Metall beziehungsweise Verdi", fügt er an.
"Die Arbeitsfelder eines Betriebsrates sind vielfältig, schwierig, aber nie langweilig. Wenn dann noch von Erfolg gekrönt, auch sehr zufriedenstellend und freudig", so der Preisträger.
"Als Konzernbetriebsrat bin ich im gesamten Bundesgebiet unterwegs. Man sieht viel von Deutschland, hat aber auch viele Übernachtungen und Auswärtstätigkeiten, die damit verbunden sind. Nicht zuletzt möchte ich auch noch meine Vertretungsarbeit für die Schwerbehinderten und Gleichgestellten in der Gesamtfrankenluk erwähnen, die es mir besonders angetan hat", erweitert Volker Griebel die lange Liste seines Engagements.
Das kirchliche Leben war für Volker Griebel als Ausgleich schon immer sehr wichtig.
Bekennender Katholik
Schon als junger Familienvater von zwei Kindern. "Ich war der erste Kommunionvater, als
mein Sohn Stephan 1996 diese empfing. Vor 22 Jahren wurde ich in den Pfarrgemeinderat in meiner Heimatpfarrei St. Kilian in Bad Staffelstein gewählt und engagierte mich dort für die Firmlinge, den Firmunterricht und später auch für die Missionsarbeit. Zum Lektor und Kommunionhelfer habe ich mich ebenfalls ausbilden lassen", erklärt der bekennende Katholik.
Herausforderungen angehen
Neue Betätigungsfelder sind immer noch für ihn spannend und herausfordernd. Kirche und Gewerkschaft sieht Volker Griebel persönlich nicht so weit voneinander entfernt. "Beide wollen Menschen helfen, ob im Arbeitsleben oder auf privater Ebene. Auch von der Kirche kann ich im Arbeitsleben viel erhalten. Egal ob über die Betriebsseelsorge, die vielen Betriebsräten Kraft und Zuversicht sowie Bildung möglich macht, bis hin zur Sucht- und Mobbingberatung, die für den einen oder anderen durch Vermittlung der Arbeitnehmervertreter auch wichtige Helfer werden können", betont Griebel.
Glückliches Privatleben wichtig
Durch seine Ehefrau Margit, die bereits 2019 verstarb, kam er nach Romansthal. Dort wurde Griebel Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und des Obst- und Gartenbauvereins.
"Das soziale Umfeld, besonders die Betriebsratskollegen müssen absolut hinter einem stehen und einen unterstützen. Die eigene Familie muss ebenfalls Vertrauen und Verständnis für die viele Zeit, die man aufwenden muss, mitbringen.
Das hat meine verstorbene Frau Margit in unserer 36 Jahre dauernden Ehe stets gezeigt, dafür bin ich ihr heute noch dankbar und widme ihr diesen Preis. "Arbeiter für Gerechtigkeit" ist eine Ehre, die mich anspornt, weiterzumachen".