Da die Kelten im ständigen Kontakt mit den Germanen und Römern standen, um Handel zu treiben, hatten die Straßen einen hohen Stellenwert. Honig, Felle und Metallwaren waren beliebte Handelswaren, aber auch Germanen selbst, die nach den Beutezügen der Kelten als Sklaven an die Römer verkauft wurden. "Wir wissen das aus der griechischen Geschichtsschreibung und Funden", so Christoph: " Denn unter denen gibt es auch Halsriemen."
Als die Gruppe einen schmalen Pfad durchs Unterholz betritt, macht Christoph kurz Halt. "Das hier ist zwar eine seltsame Stelle, aber auch eine wichtige für das Oppidum", macht er es spannend und deutet auf eine Versenkung im Waldboden. Als Himmelsteich bekannt stehen die Kelteninteressierten nun an den Überbleibseln der früheren Zisterne. "Brauchwasser" wurde hier für die Versorgung der Tiere gesammelt, denn die Trinkwasserversorgung bezogen die Kelten aus einer Quelle im Löwental, von der die Kinder Wasser holten. "Wenn man auf einer Hochfläche ohne Wasser lebt und dafür jedes Mal über 600 Meter gehen muss, lernt man das Wasser sicher ganz anders zu schätzen, als wir das in der heutigen Zeit tun", so Bernhard.
Die Lage des Westtors
Nach kurzem steilem Anstieg auf dem dicht bewachsenen Pfad findet sich die Gruppe nun auf der Rückseite der Staffelbergklause wieder ein Stück in der Zivilisation. Doch während Wanderer den Weg zur Kapelle oder der nächsten Brotzeit suchen, erkundet Bernhards Truppe nun die Lage des an anderen, zweiten Tores, dem Westtor, den Platz der Keltengräber und einem Loch, nicht weit vom Staffelbergkreuz. Letzteres sei eine verstürzte Höhle, auch Doline bezeichnet und der reale Hintergrund für die Sage um den Fisch im Staffelberg.
Die Sage um den Goldschatz im Staffelberg, habe keltischen Ursprung, so Bernhard: "Wir wissen, dass an höchster Stelle im Oppidum ein Heiligtum ist. Diese Sage ist wohl vor dem Hintergrund der Opferstätte der Kelten entstanden."
Zum Abschluss der Führung hat der Keltenexperte etwas mitgebracht und die Gruppe versammelt sich noch einmal an den Bierbänken der Staffelbergklause. "Zur Zeit der Kelten starben viele junge Frauen schon im Kindbett. Waren es hochgestellte Persönlichkeiten wurden sie besonders beerdigt", erklärt er und einen bronzenen Reif aus seiner Tasche, den einige der Kinder vorsichtig anprobieren dürfen. "Schön sieht das aus", fällt Sonjas Schmuckbewertung aus.
Als Christoph noch eine Glasperle zeigt, ist Tim sehr verwundert über das Material. "Man merkt gar nicht, dass das Glas ist", lobt er die keltische Handwerkskunst und obwohl bereits vor Bernhards Keltenführung interessiert, ist er jetzt umso begeisterter von der keltischen Kultur und Geschichte.
"Meinen Sohn interessieren die Kelten schon eine Weile und da dachten wir, wir verbinden das gleich mit einen Familienausflug", so Tims Mutter. Damit trifft sie die Idee des evangelischen Bildungswerks sehr gut.
"Es gibt oft nur Programme entweder für Erwachsene oder für Kinder. Wir wollten etwas anbieten, damit Eltern und Kinder gemeinsam etwas unternehmen", weiß Joachim Wegner hin. Und bevor sich die Keltengruppe wieder unter die normalen Wanderer und Staffelbergbesucher mischt und damit endgültig aus der Reise in die Zeit der Kelten zurückkehrt, fügt er dankend an: "Mit Bernhard Christoph hatten wir heute einen Experten vor Ort. Der normale Besucher läuft hier an so vielem vorbei ohne zu wissen was für Geschichte hier steckt. Beim nächsten Ausflug werden wir wohl den Staffelberg mit anderen Augen sehen, denn wir waren auf den Spuren der Kelten."