Trump hatte bereits eine mögliche Übernahme von Öl aus der Region ins Spiel gebracht. Vor einer Woche sagte er der britischen Zeitung «Financial Times»: «Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen.»
UN und Frankreich warnen vor Angriffe auf zivile Infrastruktur
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot warnte unterdessen vor Angriffen auf zivile Infrastruktur im Iran. «Wenn wir uns alle gegen Angriffe auf zivile und energetische Infrastrukturen aussprechen, dann vor allem, weil sie nach den Regeln der Kriegsführung und dem Völkerrecht ausgeschlossen sind, und zweitens, weil sie im Falle des Krieges im Iran zweifellos eine neue Phase der Eskalation und Vergeltungsmaßnahmen einleiten würden», sagte Barrot dem Sender France Info.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die USA und Israel aufgefordert, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.
UN-Sicherheitsrat berät über Straße von Hormus
Der UN-Sicherheitsrat sollte noch im Laufe des Tages (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieß. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen.
Nach dem Ausbruch des von Israel und den USA am 28. Februar begonnenen Kriegs hatte Teheran die Schifffahrt durch die Straße von Hormus mit Angriffen und Drohungen quasi zum Erliegen gebracht. Weil die Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel zentral ist, schossen die Energiepreise nach oben und stiegen nun vor Ablauf von Trumps jüngstem Ultimatum weiter an.
IEA befürchtet «schwarzen April» bei Energieversorgung
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte angesichts der weitgehend blockierten Straße von Hormus vor einer Zuspitzung der Probleme bei der Ölversorgung. «Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird», sagte Birol in Paris der Zeitung «Le Figaro».
«Sollte die Meerenge tatsächlich den ganzen April über gesperrt bleiben, werden wir doppelt so viel Rohöl und Raffinerieprodukte verlieren wie im März. Wir stehen vor einem „schwarzen April“», sagte Birol. «Ich bin heute sehr pessimistisch, weil dieser Krieg eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlegt. Nicht nur Öl und Gas, sondern auch Düngemittel, Petrochemikalien, Helium und vieles mehr.»