US-Amerikaner entscheiden über Machtverhältnisse im Kongress
Autor: dpa
, Dienstag, 03. November 2026
Für Donald Trump wird es eine Schicksalswahl: In den USA wird über die Besetzung des Parlaments in Washington abgestimmt. Werden die Demokraten gestärkt aus der Wahl hervorgehen?
Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner stimmen heute über die künftige Zusammensetzung des Parlaments in Washington ab. Bei den Midterms stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der 100 Senatssitze zur Wahl. Bislang halten die Republikaner von US-Präsident Donald Trump eine hauchdünne Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses.
Meinungsforschern und Wahlanalysten zufolge spricht einiges dafür, dass die Demokraten unter dem Eindruck von Trumps schlechten Beliebtheitswerten gestärkt aus der Wahl hervorgehen könnten. Erste Ergebnisse werden nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht zu Mittwoch erwartet. Wann feststeht, wer künftig die Mehrheit in den beiden Kammern hält, ist unklar - dies könnte bei einem knappen Ergebnis auch mehrere Tage dauern. In wenigen Bundesstaaten könnte es sogar zu späteren Stichwahlen kommen.
Anders als in Deutschland gibt es nicht zu einem vorher bekannten Zeitpunkt eine Prognose für das Gesamtergebnis. Auf Basis von Hochrechnungen großer Medien wird nach und nach bekannt, welche Sitze an welche Partei gehen. Es gilt das Mehrheitswahlrecht: Entscheidend ist, welcher Kandidat jeweils am Ende die Nase vorn hat.
Midterms als Stimmungstest für Trump
Die Zwischenwahlen zur Halbzeit einer Präsidentschaft sind traditionell ein Stimmungstest für die Regierung. Häufig wurde die Partei des Amtsinhabers in der Vergangenheit von den Wählerinnen und Wählern abgestraft.
Sollten die Republikaner die Mehrheit in einer oder sogar in beiden Kammern verlieren, würde es für Trump schwieriger werden, Gesetzesvorhaben durch das Parlament zu bringen oder einen Haushalt für die Regierungsgeschäfte aufzustellen. Es könnte verstärkt zu Anhörungen im Kongress von Regierungsmitgliedern kommen, um Druck auf sie auszuüben. Auch Personalvorschläge Trumps für Toppositionen könnten abgelehnt werden. Sogar ein Amtsenthebungsverfahren könnte Trump drohen, sollten die Demokraten das Repräsentantenhaus zurückgewinnen.
International findet die Wahl auch wegen möglicher Auswirkungen auf Trumps Außen- und Wirtschaftspolitik Beachtung. Im Raum steht die Frage, ob die Ergebnisse seinen Kurs in Bezug auf Ukraine-Krieg, Zollstreit und Iran-Konflikt beeinflussen.
Könnte Trump eine «Lame Duck» werden?
Weil Trump die Parlamentswahlen zu einer Abstimmung über seine Politik ausgerufen hat, steht für ihn besonders viel auf dem Spiel. Obwohl er selbst nicht auf dem Stimmzettel steht, forderte er die Menschen auf, so zu tun, als stehe er selbst zur Wahl. Trump hatte zudem bei der Auswahl vieler Kandidaten mitgemischt - verlieren sie, wäre auch er selbst beschädigt. Dann würde sich zeigen, ob seine Machtbasis mit der konservativen Bewegung «Make America Great Again» bröckeln könnte. Am Montag hob Trump schon mal hervor, dass die jeweilige Regierungspartei bei Midterms oft schlecht abschneidet - egal wer Präsident sei.