Trump will keinen Waffenstillstand
Trump wurde am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den Worten zitiert: «Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht». Danach schrieb er auf Truth Social, die USA stünden kurz davor, die eigenen Kriegsziele zu erreichen.
Dazu zählte er die Zerstörung der Raketenkapazitäten und Verteidigungsindustrie des Irans sowie die Ausschaltung seiner Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme. Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Ein weiteres Ziel sei der Schutz der Verbündeten im Nahen Osten.
US-Militär verstärkt Angriffe
Der US-Präsident hat allerdings schon mehrfach erklärt, der Krieg sei fast vorbei. Danach intensivierten sich die US-Angriffe noch, wie die «New York Times» festhielt. Tatsächlich verstärken auch anderen US-Medien zufolge US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber derzeit ihre Angriffe auf iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die wichtige Straße von Hormus freizubekommen.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte in einem Telefonat mit der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, sein Land habe die Meerenge nicht gesperrt. Der Iran sei bereit, Ländern wie Japan eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten, sofern sie sich mit Teheran abstimmen. Zugleich habe der Außenminister betont, dass der Iran «keinen Waffenstillstand, sondern ein vollständiges, umfassendes und dauerhaftes Ende des Kriegs» anstrebe.
Die USA und Israel greifen den Iran seit inzwischen drei Wochen an. Im Gegenzug greift Teheran Israel sowie benachbarte Golfstaaten an, die US-Militärstützpunkte beherbergen. Seit Kriegsbeginn seien mindestens 37 Ölraffinerien, Erdgasfelder und andere Energieanlagen in neun Ländern durch Drohnen- und Raketenangriffe beschädigt worden, berichtete die «New York Times». Der Iran habe die Verantwortung für einige der Angriffe übernommen.
Bericht: USA liefern Abwehrsysteme an Nahost-Verbündete
Die Trump-Regierung bemühe sich mit Hochdruck darum, Luftabwehrsysteme, Radaranlagen und Drohnenabwehrsysteme an arabische Staaten und US-Streitkräfte in der Golfregion zu liefern, in der Hoffnung, deren Verteidigungsfähigkeit gegen die andauernden und präzisen iranischen Raketen- und Drohnenangriffe zu stärken, berichtete das «Wall Street Journal».
Der Transport von Waffen und Ausrüstung signalisiere die Besorgnis innerhalb des Pentagons, dass der Iran weiterhin zu verheerenden Angriffen fähig ist, während die Vorräte der Verbündeten an Raketenabwehrsystemen zur Neige gehen und Drohnen weiterhin ungehindert durchkommen, schrieb die Zeitung.
Iran warnt Großbritannien
Teheran warnte unterdessen den britischen Premierminister Keir Starmer, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, «dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden», schrieb Außenminister Araghtschi auf der Plattform X.
Die britische Regierung hatte zuvor bestätigt, «dass die Vereinbarung, wonach die USA im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung der Region britische Stützpunkte nutzen dürfen, auch Verteidigungseinsätze der USA umfasst, um die Raketenstellungen und -kapazitäten zu schwächen, die für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus genutzt werden». Großbritannien hatte den USA zunächst nur erlaubt, britische Stützpunkte für Verteidigungseinsätze zu nutzen, um britische Interessen oder Menschenleben zu schützen.
Berichte: Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an
Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen. Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das «Wall Street Journal» und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten.
Irans Militärsprecher warnt Feinde vor weltweiter Verfolgung
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, drohte unterdessen politischen wie militärischen Gegnern mit weltweiter Verfolgung. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, sagte er, Verantwortliche, Kommandeure, Piloten und Soldaten stünden unter Beobachtung. Fortan würden für sie weltweit Ausflugsziele, Erholungsgebiete sowie touristische Zentren nicht mehr sicher sein.