Trump würde die US-Verteidigungsausgaben im kommenden Haushaltsjahr gerne um fast zwei Drittel erhöhen - auf 1.500 Milliarden US-Dollar. Zudem setzt er die Rüstungsindustrie zunehmend unter Druck.
US-Präsident Donald Trump wünscht sich angesichts «sehr sorgenvoller und gefährlicher Zeiten» für das Haushaltsjahr 2027 dramatisch höhere Verteidigungsausgaben. Das Militärbudget solle von derzeit ungefähr 1 Billion US-Dollar auf 1,5 Billionen Dollar (aktuell rund 1,28 Billionen Euro) ansteigen, schrieb Trump auf seiner Plattform auf Truth Social.
Mit dem höheren Etat werde man ein «Traum-Militär» aufbauen, dass die Sicherheit der USA gewährleisten könne, «egal, wer der Feind ist», so Trump. Für das Haushaltsjahr 2026 sind für Verteidigungsausgaben rund 900 Milliarden Dollar vorgesehen. Es scheint relativ unwahrscheinlich, dass Trump die von ihm gewünschte Erhöhung um fast zwei Drittel im Kongress durchsetzen kann.
Dort haben Republikaner zwar aktuell in beiden Kammern knappe Mehrheiten, aber längst nicht alle von Trumps Parteifreunden dürften eine solche Erhöhung der Ausgaben befürworten - zumal vor den Zwischenwahlen im November. Dann wird das Repräsentantenhaus neu gewählt und etwa ein Drittel der Sitze im Senat. In jener Parlamentskammer sind zudem häufig 60 Stimmen notwendig, um Gesetze voranzubringen, daher wären republikanische Senatoren auch auf die Zustimmung einiger Demokraten angewiesen.
Trump will Einnahmen aus Zöllen für höhere Militärausgaben nutzen
Trump behauptete in seinem Post, die höheren Einnahmen aufgrund der von ihm verhängten zusätzlichen Zölle könnten «ganz leicht» für die Erhöhung des Verteidigungsbudgets bezahlen. Gleichzeitig sollten die Einnahmen auch noch dabei helfen, die Staatsschulden abzutragen und allen Amerikanern einen «bedeutenden» Scheck als Bonus auszuschreiben.
Experten halten Trumps Kalkulation aber eher für Wunschdenken. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) etwa erwartete in einer Schätzung vom November aufgrund der höheren Zölle zusätzliche Einnahmen von gut 200 Milliarden Dollar pro Jahr. Eine Analyse der Denkfabrik Bipartisan Policy Center kommt zu dem Schluss, dass die Zoll-Einnahmen 2025 unter Trump im Vergleich zum Vorjahr um knapp 200 Milliarden US-Dollar angestiegen sind.
«Frieden durch Stärke» - Trump setzt auf das Militär
Trumps zweite Amtszeit ist geprägt von einem Fokus auf das Militär und dem von ihm ausgerufenen Prinzip «Frieden durch Stärke». Das Verteidigungsministerium ließ Trump in «Kriegsministerium» umbenennen, gerne sprechen er und sein «Kriegsminister» Pete Hegseth über die «Kämpfer» des US-Militärs - die Bezeichnung Soldaten scheint ihnen zu harmlos.
Zuletzt hatte das US-Militär am Wochenende mit einer Kommandoaktion in Caracas den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangengenommen. Er wurde in die USA gebracht, wo er sich in New York wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss. Auch für seinen Wunsch, das zu Dänemark gehörende Grönland den USA einzuverleiben, schließt Trump einen Militäreinsatz nicht aus.