Auch das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Irans Präsident Massud Peseschkian nannte zuvor als Bedingung für eine Einstellung der Luftangriffe auf die Nachbarländer, dass von dort keine Attacken auf sein Land erfolgten.
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, der Krieg werde «mit voller Kraft» fortgesetzt. US-Präsident Donald Trump sagte zur Länge der Kampfhandlungen: «Was auch immer nötig ist».
Iran und die USA beschuldigen sich gegenseitig
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA zuvor vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein «gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen», schrieb Araghtschi.
Trump wiederum beschuldigte Teheran, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA dafür verantwortlich seien, sagte er zu Journalisten: «Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan». US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte vor Journalisten, der Vorfall werde untersucht.
Bei dem Angriff wurden nach iranischen Angaben vergangenen Samstag unter anderem rund 170 Schülerinnen getötet.
Trump erweist gefallenen US-Soldaten letzte Ehre
Trump nahm derweil an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.
Inmitten zumeist schwarz gekleideter Gäste stach Trump auch deshalb hervor, weil er eine weiße Baseball-Kappe mit der Aufschrift «USA» trug.
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff teilte derweil Russland nach eigenen Angaben mit, dass Moskau Teheran nicht mit Informationen in dem Krieg unterstützen soll. Auf eine entsprechende Frage sagte Witkoff vor Journalisten: «Das habe ich deutlich gesagt.» Weitere Details nannte er nicht. Mehrere US-Medien hatten berichtet, Russland liefere dem Iran Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen.
Netanjahu: «Moment der Wahrheit» rückt näher
Trump schloss unterdessen die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg aus. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, «aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist.»
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte in einer Videoansprache an die Menschen im Iran gewandt, der «Moment der Wahrheit» rücke näher. «Wir wollen den Iran befreien und in Frieden mit ihm leben», sagte Netanjahu. Aber «die Befreiung vom Joch der Tyrannei» hänge letztlich vom iranischen Volk ab.