Waffenruhe geriet ins Wanken
Die mühsam ausgehandelte Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas hatte am Sonntag ihre erste schwere Belastungsprobe überstanden. Laut der israelischen Armee wurden Soldaten im Süden des Gazastreifens unter anderem mit einer Panzerfaust angegriffen, zwei Soldaten starben demnach dabei.
Israel flog daraufhin die schwersten Luftangriffe seit Beginn der Waffenruhe am 10. Oktober. Dabei wurden Krankenhausangaben zufolge 44 Palästinenser getötet. Die Hamas weist die Vorwürfe zurück und sagt, sie stehe nicht hinter den Angriffen. Israels Armee teilte am Sonntagabend mit, sich nach den Angriffen wieder an die Vereinbarung halten, aber auch auf jeden Verstoß reagieren zu wollen.
ZDF: Mitarbeiter einer Partnerfirma in Gaza getötet
Bei einem israelischen Raketenangriff kam am Sonntagnachmittag laut ZDF auch ein Mitarbeiter einer für den Sender tätigen Produktionsfirma ums Leben. Ein Ingenieur von der Palestine Media Production (PMP) sowie der achtjährige Sohn eines anderen Mitarbeiters wurden dabei den Angaben zufolge getötet. Auf Nachfrage bei der israelischen Armee, warum der Angriff erfolgt sei, habe diese geantwortet, der Vorfall werde geprüft.
Auf Bildern ist nach ZDF-Angaben zu sehen, dass auch der Übertragungswagen sowie Teamfahrzeuge zerstört wurden. Überlebende hätten berichtet, dass es keine Vorwarnung gegeben habe.
Bundesregierung: An Waffenruhe im Gazastreifen halten
Deutschland pocht darauf, dass sich die islamistische Hamas und Israels Regierung an den Gaza-Friedensplan halten. «Der zeitweilige Bruch der Waffenruhe wurde von der Bundesregierung mit Sorge zur Kenntnis genommen», sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin.
Die Verabredungen zur Waffenruhe seien klar und konkret. Alle Parteien seien aufgefordert, sich daran zu halten – «auch die Hamas oder andere Kämpfer, die im Gazastreifen Provokationen ausgelöst haben».
Berichte: Hamas könnte weitere Geisel-Leiche übergeben
Mehrere israelische Medien berichteten, die Hamas könne am Abend die Leiche einer weiteren Geisel übergeben. Der militärische Arm der Terrororganisation hatte am Sonntag mitgeteilt, die sterblichen Überreste einer weiteren entführten Person gefunden zu haben. Aktuell befinden sich noch 16 Leichen von Verschleppten im Gazastreifen.
Auslöser des Gaza-Kriegs war der Überfall der Hamas und anderer islamistischer Terrorgruppen auf Israel am 7. Oktober 2023.