Kap Verde: Drei Familienmitglieder im Urlaub erstochen? Prozess gegen Deutschen
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
7600 Praia, Mittwoch, 04. November 2026
Im Weihnachtsurlaub auf den Kapverden soll ein 19-Jähriger seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter getötet haben. Was ein Ermittler vor Ort sagt.
Update vom 04.11.2026: Ermittler berichtet von Leichenfund auf den Kap Verden
Ein Ermittler hat im Prozess um ein dreifaches Tötungsdelikt auf den Kapverden kurz vor Weihnachten 2025 über den Fund der Leichen in einer Ferienwohnung ausgesagt. "Da war überall Blut", sagte der Chefinspekteur der Kriminalpolizei in Mindelo auf der Insel São Vicente während einer Videoschaltung im Gerichtssaal des Landgerichts Trier.
In der Wohnung hätten er und seine Kollegen eine männliche und zwei weibliche Leichen gefunden, die zahlreiche Stichverletzungen an allen Körperbereichen aufwiesen. "In meiner 20-jährigen Laufbahn habe ich noch nie eine so grausame Situation erlebt", erklärte er laut Übersetzer.
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Ein 19-Jähriger, der derzeit wegen Mordes und Totschlags vor dem Landgericht Trier steht, soll für die Taten verantwortlich sein. Laut Anklage soll der junge Mann aus der Eifel im gemeinsamen Weihnachtsurlaub auf den Kapverden seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter erstochen haben.
Tatwaffe womöglich ins Meer geworfen
Der Vater (58) lebte laut Staatsanwaltschaft Trier im Raum Aachen, die beiden Frauen im Alter von 20 und 45 Jahren hatten ihren Wohnsitz in Berlin. Der angeklagte Deutsche stammt aus einer früheren Ehe seines Vaters.
Der Chefinspekteur berichtete, die Tatwaffe sei bislang nicht gefunden worden. Ein Zeuge - ein Fischer - habe beobachtet, wie am Strand jemand etwas ins Meer geworfen habe. Bei einem Tauchgang sei nicht das vermutete Messer, aber das Handy des getöteten Vaters auf dem Meeresgrund geborgen worden.
Der Fischer sagte nach Aussage eines weiteren Inspektors, der Mann habe blutverschmierte Kleidung getragen und einen verwirrten Eindruck gemacht. Anschließend sei der Mann am Fischmarkt in ein Taxi gestiegen und davongefahren.
Wohnung bis 29. Dezember gebucht
Zum mutmaßlichen Motiv für die Tat konnte der Ermittler nicht viel sagen. "Es gab gewisse Unstimmigkeiten in der Familie", sagte er lediglich. Der Angeklagte lebte zuletzt im Kreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz - und damit im Zuständigkeitsbereich der Trierer Staatsanwaltschaft.