Im nahegelegenen Ellipse-Park findet zudem ein Fan-Fest statt. Am Samstag ging es los - zur Übertragung des Kampfevents am Sonntag werden dort mehr als 120.000 Schaulustige erwartet. Straßen rings herum sind wegen der Sicherheitsvorkehrungen großflächig abgesperrt.
Bereits am Freitag liefen einige Fans in UFC-Shirts durch Washington, so auch der 18-jährige Jordan aus dem benachbarten Bundesstaat Virginia. Dass die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses stattfinden, findet er «etwas seltsam». Der beste Ort für blutige Kämpfe sei das sicherlich nicht. «Aber mal abgesehen vom Politischen: Ich genieße alle Kämpfe, die stattfinden, und freue mich schon riesig darauf.»
Was an dem Spektakel kritisiert wird
Diese Vorfreude teilen längst nicht alle im Land. Einige Kritiker reichten sogar Klage gegen das Event vor Gericht ein. Sie werfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, «um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten – mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt». Das Gericht wies die Klage jedoch ab - unter anderem mit der Begründung, dass die Einwände zu spät eingebracht worden seien.
Kritisch gesehen wird zudem, dass Trump Ende März in den Besitz von Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar gelangte. Das geht aus veröffentlichten Transaktionen des Präsidenten hervor. Gegnern des Events stößt auch übel auf, dass das Kampfsportspektakel auf Paramount+ übertragen wird. Ihr Vorwurf: Es werde dafür genutzt, dem Streaminganbieter neue Abos zu bescheren. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist.
Was für Proteste geplant sind
An den Protesten gegen das UFC-Spektakel beteiligt sich auch die Bewegung «No Kings» («Keine Könige»), die sich in den USA mit der Organisation von Massendemonstrationen gegen Trumps Politik einen Namen machte. Millionen Menschen folgten ihrem Aufruf zu Protesten an Trumps Geburtstag vor genau einem Jahr.
Auch in diesem Jahr rufen die Organisatoren landesweit zu Veranstaltungen auf, die etwa zeitgleich zum Beginn des Kampfspektakels geplant sind - wenn auch nicht als klassische Straßendemonstrationen. Wer das Prügel-Event ablehnt, soll vielmehr bei sogenannten Watch Parties mitmachen und sich in privaten Wohnzimmern, Gemeinschaftszentren oder Geschäften ein Konzert in New York anschauen, «während der Präsident versucht, das Land mit seinem UFC-Käfigkampf-Spektakel abzulenken», wie es in einer Mitteilung heißt.
An dem Konzert wollen nach Angaben des Veranstalters «Committee for the First Amendment» Stars wie die Schauspielerinnen Jane Fonda, Bette Midler und Julia Roberts sowie die Musiker Rufus Wainwright und Patti Smith teilnehmen. Die Aktion soll den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung würdigen, der unter anderem Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit garantiert - also Grundrechte, die Kritiker Trumps in diesen Zeiten durch autokratische Tendenzen gefährdet sehen.