Trotz Waffenruhe greifen die USA Ziele im Iran an. Die Islamische Republik verurteilt die Attacken – übt Vergeltung. Die Ölpreise stiegen als Folge der Angriffe.
Laut übereinstimmenden Medienberichten ist ein US-Stützpunkt vom Iran angegriffen worden. Dem vorausgegangen war ein Angriff der USA auf den Iran.
Bei diesem wurden unter anderem vier Drohnen abgeschossen. Ein US-Regierungsvertreter in Washington erklärte gegenüber der Bild, dass es sich dabei um "einen iranischen Stützpunkt in Bandar Abbas" gehandelt habe, von dem gerade eine weitere Drohne gestartet werden sollte. Zudem gab es weitere Raketen- und Drohnenangriffe auf den US-Verbündeten Kuwait. Das meldete das Land am frühen Donnerstagmorgen.
Iran greift US-Stützpunkt als Vergeltungsmaßnahme an – Ölpreise schießen nach Angriff hoch
Als nahezu sofortige Folge der Angriffe stiegen die Ölpreise: Nach den erneuten Angriffen im Persischen Golf stieg die Sorte Brent auf 98 Dollar pro Barrel, nachdem sie am Mittwoch noch um mehr als 5 Prozent nachgegeben hatte. In der Spitze waren die Ölpreise in den vergangenen Wochen auf über 110 Dollar pro Barrel gestiegen. Das Allzeithoch liegt seit Juli 2008 bei 147 US-Dollar.
Zuvor hatte die dpa vermeldet, dass der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump noch nicht zufriedenstellend sei. In einer Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: "Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen." Die US-Regierung sei damit aber noch nicht "zufrieden". Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde – er sprach davon, dann "die Sache zu Ende" zu bringen.
Damit ist weiterhin unklar, ob es zu einem Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA kommen wird. Trump hatte am Wochenende Hoffnungen auf eine schnelle Einigung geweckt, diese aber später wieder etwas gedämpft, indem er sagte, beide Seiten müssten sich die nötige Zeit nehmen.
Israel und die USA hatten den Iran am 28. Februar angegriffen. Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe. Trotzdem gab es rund um die Straße von Hormus schon mehrere gegenseitige Angriffe.
Die jüngsten Attacken sowie Israels Vorgehen im Libanon überschatten die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Kriegs. Pakistan vermittelt dabei zwischen den USA und dem Iran. Eine Kernforderung der USA ist es, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe kommen dürfe.