Zentrales Streitthema ist das Atomprogramm Teherans. Die iranische Führung hat mit dem Krieg seit Ende Februar jedoch mit der Kontrolle über die Straße von Hormus und Israels Krieg im Libanon weitere Druckmittel in die Verhandlungen aufgenommen. An diesem Freitag jährt sich der 12-tägige Krieg Israels mit dem Iran vom Vorjahr. Damals hatten US-Spezialflugzeuge auch Atomanlagen im Iran bombardiert.
Wie ist die aktuelle Lage in der Straße von Hormus?
Als Reaktion auf die jüngsten US-Angriffe im Iran hat das iranische Militär eine komplette Sperrung der Straße von Hormus bekanntgegeben. Die US-Militärführung widersprach der Darstellung umgehend.
Das US-Militär habe zuletzt Öltanker und andere Handelsschiffe in einer «geheimen Mission» dabei unterstützt, die Straße von Hormus zu durchqueren, schrieb Trump auf Truth Social, ohne genauere Angaben zu machen.
Der Datenanbieter Windward schrieb am Mittwoch unter Berufung auf eine Analyse der Firma Vortexa, fünf iranische Flüssiggastanker hätten die US-Blockade durchbrochen und in Indien und Pakistan ihre Ladung gelöscht. In einer Analyse des Datenanbieters Kpler hieß es, am vergangenen Wochenende hätten lediglich acht Schiffe die Meerenge passiert. Dies sei deutlich weniger als eine Woche zuvor.
Welche Gründe nannte Trump für die jüngsten Angriffe?
Für die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Nächten hatte Trump mindestens zwei Gründe angegeben. Einerseits sprach er davon, der Iran habe einen US-Kampfhubschrauber abgeschossen. Dafür hätten die USA in der Nacht zum Mittwoch Vergeltung gesucht. Der Iran hat den Hubschrauber-Abschuss bisher nicht offiziell bestätigt, er reagierte zunächst mit Raketenbeschuss in der Region.
Am Mittwoch sagte Trump, er wolle den militärischen Druck auf Teheran aufrechterhalten, da die iranische Führung «zu lange mit den Verhandlungen brauche». In der Nacht zum Donnerstag griff das US-Militär nach eigenen Angaben an verschiedenen Orten im Iran militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Luftabwehr an. Aus dem Iran gab es zudem Berichte über Explosionen nahe der Hauptstadt Teheran.
Was waren die Auslöser für weitere Angriffe?
Bereits in den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu gegenseitigen Angriffen zwischen dem Iran und den USA. Der Iran betrachtet die US-Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, als Bruch der eigentlich verhandelten Waffenruhe.
Zudem verweist der Iran darauf, dass Frieden im Libanon auch Teil der Waffenruhe sei. Der Premierminister des Vermittlungsstaates Pakistan hatte das zu Beginn der Feuerpause ähnlich mitgeteilt. Israel lehnt eine Verbindung zwischen einer Waffenruhe im Iran und im Libanon jedoch strikt ab. Auch die libanesische Führung strebt ein Ende des iranischen Einflusses im eigenen Land an.
Am Wochenende war es an der Front zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon eskaliert. Nach Beschuss der Hisbollah auf Israels Norden griff die israelische Luftwaffe Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Teheran sah mit dem Angriff auf die Hochburg seines Verbündeten eine rote Linie überschritten und attackierte Israel von Sonntagabend an in mehreren Wellen mit mehr als 20 ballistischen Raketen. Israel antwortete seinerseits mit Luftangriffen auf iranisches Gebiet.