Erst Kritik aus den USA, doch nach dem G7-Treffen in Frankreich sieht Bundesaußenminister Wadephul beim Iran eine gemeinsame Linie. Überraschend gibt es eine Erklärung aller Minister.
Trotz Kritik aus den USA an den europäischen Partnern haben die G7-Außenminister eine gemeinsame Linie zum Iran-Krieg gefunden. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte nach einem Gespräch auch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio, es gebe keinen Dissens und auch keine Forderung der USA zu einem militärischen Beitrag vor Ende der Kampfhandlungen. «Rubio hat ganz klar gesagt, es wird zum jetzigen Zeitpunkt von Deutschland kein militärisches Engagement erwartet», so der Außenminister im Gespräch mit den ARD-«Tagesthemen».
Überraschend einigten sich die Minister zum Abschluss ihres Treffens in der Nähe von Paris auf eine gemeinsame Erklärung zum Iran. Sie forderten darin unter anderem den Schutz von Zivilisten.
Zur «Gruppe der Sieben» gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. US-Außenminister Rubio war im Gegensatz zu seinen Kollegen erst in der Nacht zum zweiten und letzten Tag des Treffens angereist.
Stimmung mit Rubio laut Wadephul freundschaftlich
Wadephul sagte: «Das war ein wirklich ernsthaftes, ein gutes Gespräch.» Der CDU-Politiker stellte klar: «Es gab und es gibt keine Anforderung der Vereinigten Staaten von Amerika, insbesondere an uns, vor Ende der Kampfhandlungen einen militärischen Beitrag zu leisten.»
Auf die Frage, wie die Stimmung bei den Gesprächen mit Rubio gewesen sei, sagte Wadephul: «Die war gut, die war freundschaftlich, die war konstruktiv, aber natürlich auch der Ernsthaftigkeit der ganzen Situation angemessen.» Die sicherheitspolitische Lage sei schwierig genug, es müsse eine Eskalation verhindert werden. «Die wirtschaftlichen Auswirkungen spüren wir überall, insbesondere in Europa, schon ganz erheblich.» Aus diesem Grund habe man «wirklich sehr ausführlich über diese Fragen miteinander diskutiert. Und es gibt überhaupt gar keinen Dissens».
Wadephul sieht Anzeichen für Gespräche der USA mit Iran
Man sei sich einig gewesen, dass Teheran gut beraten sei, jetzt in ernsthafte Verhandlungen mit den USA einzusteigen, sagte Wadephul. «Es gibt erste Anzeichen, die zuversichtlich stimmen können, dass solche Gespräche stattfinden sollen.» Er hatte am Morgen im Deutschlandfunk gesagt, es gebe Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans, das wohl «in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden» solle.
Der Bundesaußenminister ergänzte nach dem Treffen, die Runde eine die feste Überzeugung, dass von Iran kurz- und langfristig keine Gefahr für die Region, darüber hinaus und auch für die Weltwirtschaft ausgehen dürfe. Er habe erneut unterstrichen, dass auch G7-Partner wie Deutschland nach Beendigung der Kampfhandlungen einen Beitrag zur Sicherung der Lage leisten könnten. Deutschland sei diplomatisch aktiv und stimme das eng mit den Partnern ab.