Kiew und das Umland kommen seit Tagen aufgrund ständigen Luftalarms wegen anfliegender Drohnen oder Raketen kaum zur Ruhe. Am Samstagmorgen kam Gouverneur Tkatschenko zufolge im Landkreis Boryspil westlich von Kiew ein 14-jähriges Mädchen bei einem weiteren Drohnenangriff ums Leben.
Russische Angriffe auch auf Südukraine
Das russische Militär griff nach übereinstimmenden Angaben auch Ziele im südukrainischen Gebiet Odessa an. Ein Mensch sei getötet und weitere drei seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände konnten demnach gelöscht werden.
Zuvor hatte die Verwaltung des Landkreises Ismajil, in dem sich die Donauhäfen des Landes befinden, vor russischen Drohnen gewarnt. Anlagen der Transportinfrastruktur seien beschädigt worden.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in Moskau galt der Angriff dem Donauhafen Ismajil. Ziel seien Tanklaster und Entladestellen für Treibstoff gewesen. Die Flusshäfen unweit der Donaumündung sind für den ukrainischen Außenhandel aufgrund regelmäßiger russischer Angriffe auf die Seeroute zu den ukrainischen Schwarzmeerhäfen wieder wichtiger geworden.
Auch Tote nach ukrainischen Angriffen
Im südwestrussischen Grenzgebiet Belgorod wiederum kamen nach Regierungsangaben bei ukrainischen Angriffen drei Menschen ums Leben. Weitere 14 seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit. Das ukrainische Militär habe unter anderem Drohnen, Raketenwerfer und Artillerie eingesetzt.
Zudem wurde bei ukrainischen Drohnenangriffen auf der von Russland bereits 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet. Weitere drei seien verletzt worden, schrieb der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram. 26 Drohnen wurden demnach abgeschossen. An knapp ein Dutzend Häusern habe es Schäden gegeben.
Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen die russische Invasion. Zuletzt stiegen die zivilen Opferzahlen bei den gegenseitigen russisch-ukrainischen Angriffen.