Musk betonte auf seiner Plattform X, nur sehr wenig Kontakt zu gehabt zu haben. Er sei sich bewusst gewesen, «dass einige E-Mail-Korrespondenzen mit ihm falsch interpretiert und von Kritikern dazu benutzt werden könnten, meinen Namen zu beschmutzen».
Der Name von Microsoft-Gründer Gates kommt in zwei E-Mails vor, die 2013 offenbar von Epstein an sein eigenes Konto geschickt wurden, wie US-Medien berichten. Darin gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, «um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden».
In einer Stellungnahme, aus der mehrere Medien zitieren, sagte ein Gates-Sprecher: «Diese Behauptungen – von einem erwiesenen, verärgerten Lügner – sind absolut absurd und völlig falsch.»
Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen stritten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets ab.
Auch Trump kommt wieder vor
Der Name des US-Präsidenten kommt in den neuen Akten häufig vor - nach Angaben der «New York Times» in mindestens 4.500 Dokumenten. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften.
Für Aufsehen in zahlreichen Medien sorgte etwa eine FBI-Liste mit Anschuldigungen gegen Trump, die bei der US-Bundespolizei eingegangen waren. Vom Justizministerium hieß es, einige der Dokumente enthielten unwahre Behauptungen gegen Trump, die dem FBI kurz vor der Wahl 2020 vorgelegt worden seien.
Auch US-Handelsminister Howard Lutnick kommt in den Unterlagen vor. In einer E-Mail von 2012 scheint er den Medienberichten zufolge einen Besuch auf Epsteins Insel zu planen. Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser «widerlichen Person» nie wieder in einem Raum sein zu wollen.
Brisante Mails zu Ex-Prinz Andrew
Die neuen Akten scheinen auch Einblick in Epsteins Korrespondenz mit dem früheren britischen Prinzen Andrew (65) zu geben. Britische Medien stürzten sich auf zahlreiche E-Mails und mehrere Bilder, die Andrew auf allen Vieren gebeugt über eine junge Frau, deren Gesicht geschwärzt ist, zeigen sollen.
Wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal waren dem Ex-Prinzen zuletzt alle Titel, Ehren und Auszeichnungen entzogen worden. Er heißt nur noch Andrew Mountbatten-Windsor, die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Epstein-Skandal weist er zurück. Auch bei den vergangenen Veröffentlichungen kam er bereits - etwa mit Bildern - vor.
Aus einem E-Mail-Verlauf aus dem Jahr 2010 scheint etwa hervorzugehen, dass Epstein für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelte - kurz nachdem der US-Amerikaner seine Strafe wegen Prostitution Minderjähriger abgesessen hatte. Andere Mails legen nahe, dass es sich bei einem mysteriösen Kontakt der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell namens «The Invisible Man» (Der unsichtbare Mann) um Andrew handeln könnte.
Ministerium: Sind unserer Verpflichtung nachgekommen
Mit der jetzigen Veröffentlichung sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, sagte Vize-Justizminister Blanche. Das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Dass der letzte Schwall an Akten das Ende der jahrelangen Debatte um die Veröffentlichung der Epstein-Files ist, gilt allerdings als unwahrscheinlich.
Mehrere Demokraten kritisieren immer wieder, dass das Ministerium viel zu viele Dokumente ohne angemessene Begründung nicht online gestellt habe. Für Ärger sorgte auch, dass die festgelegte Frist zur Veröffentlichung längst abgelaufen ist und viele Dokumente komplett geschwärzt sind.