Hintergrund sind die umstrittenen Einsätze von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE und Grenzschutzkräften des Bundes gegen Migranten. Besonders die tödlichen Schüsse auf zwei US-Bürger bei Einsätzen der Bundesbeamten führten zu öffentlichen Protesten und Widerstand im Parlament gegen eine längere Finanzierung des Heimatschutzministeriums.
Streitpunkt ICE: Was wollen die Demokraten, was die Republikaner?
Stand jetzt wollen die Demokraten eine längere Finanzierung nur unterstützen, wenn die Republikaner Reformen mittragen, die den ICE-Beamten strikte Regeln bei ihren Einsätzen auferlegen. «Die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze sollte gerecht, fair und human sein - das ist derzeit nicht der Fall», sagte der Minderheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die Demokraten fordern unter anderem, dass sich die Einsatzkräfte bei ihren Razzien gegen Migranten nicht mehr vermummen dürfen und Regelverstöße unabhängig untersucht werden.
Ein zentraler Streitpunkt mit den Republikanern ist dabei die Frage nach der rechtlichen Grundlage, auf die sich Beamte stützen, wenn sie für Festnahmen in Wohnungen eindringen. Das Heimatschutzministerium hatte zuletzt erlaubt, dass behördeninterne Anordnungen ausreichen. Demokraten fordern, dass dafür wie zuvor üblich richterliche Durchsuchungs- und Haftbefehle vorliegen müssen, weil die Verfassung in den USA grundsätzlich vor solchen Zugriffen schützt. «Familien müssen wissen, dass die Polizei nicht einfach eine Tür aufbrechen darf, nur weil sie das will», betonte die demokratische Senatorin Tina Smith bei einer Pressekonferenz.
«Das ist nicht umsetzbar - dem werden wir niemals zustimmen», sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, am Dienstag. «Wir haben nicht genügend Richter. Wir haben nicht genügend Zeit. Das würde wahrscheinlich Jahrzehnte dauern.» ICE handele im Rahmen des Einwanderungsrechts, eine zusätzliche richterliche Hürde sei nicht nötig. Gleichzeitig signalisierte er Kompromissbereitschaft und betonte, die Verfassung müsse gewahrt werden, über gesetzliche Änderungen könne man reden. «Wir werden einen Weg finden, um das zu bewältigen.»
In einem Zugeständnis hatte Heimatschutzministerin Kristi Noem bereits angekündigt, Einsatzkräfte in Minneapolis mit Bodycams auszustatten. Auch personelle Änderungen wurden vorgenommen: Der umstrittene Einsatzleiter Greg Bovino war aus Minnesota abgezogen und dafür der «Grenzschutz-Zar» Tom Homan entsendet worden - für mehr Professionalität, hieß es. Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, sagte dazu am Mittwoch: «Wir sind bereit zu verhandeln – aber halbherzige Maßnahmen reichen nicht aus.»
Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?
Sollten sich Republikaner und Demokraten nicht rechtzeitig auf ein reguläres Haushaltsgesetz oder eine weitere Übergangsfinanzierung für das Heimatschutzministerium einigen, wäre die mächtige Behörde mit einer Finanzierungslücke konfrontiert. Das wiederum würde grundsätzlich nicht nur die Einwanderungsbehörde ICE betroffen, sondern noch viele weitere Behörden, die dem Heimatschutzministerium unterstehen - etwa den Katastrophenschutz, die Transportsicherheitsbehörde TSA und die Küstenwache.
Wie groß die Auswirkungen dort jeweils wären, hinge von der Länge der Finanzierungslücke ab. Ausgerechnet an der Umsetzung von Trumps umstrittener Migrationspolitik dürfte sich dadurch zumindest kurzfristig ohnehin nichts ändern. Denn ICE stehen noch andere Mittel zur Verfügung, die bereits zu früheren Zeitpunkten bewilligt wurden.